Schönebeck l Bei aller Internationalität: Die Anrede „Exellenz“ ist auch in den Hallen von Ambulanz-Mobile in Schönebeck nicht jeden Tag zu hören. Ecuadors Botschafter Manuel Mejia Dalmau nebst Gattin sind am Donnerstag angereist, um eine neue Rettungswagen-Flotte für die südamerikanische Heimat zu begutachten.

Der Diplomat ist sichtlich angetan von den rollenden Krankenstationen – Wert rund 100. 000 US-Dollar pro Stück. Sie bieten alles, was ein Rettungswagen heute haben muss, erläutert Karsten Albrecht, technischer Geschäftsführer: Beatmungsgerät, Defibrillator und Platz für vier Personen im Kofferaufbau.

Diesen Raum zu schaffen, war für die Schönebecker Spezialisten besonders knifflig. Während die Basisfahrzeuge sonst von VW, Mercedes-Benz stammen, wurden diesmal Toyota-„Landcruiser“ umgerüstet. Grund sind die speziellen Anforderungen an einen Rettungswagen in Ecuador mit Straßen und Pisten, auf denen Robustheit vor Eleganz geht. Die umgebauten Geländewagen erhielten deshalb ein deutlich verstärktes Fahrzeug. Beim geringen Raumgebot musste jeder Kubikzentimeter genutzt werden. Das ist ganz offensichtlich gelungen, so dass Botschafter Mejia Dalmau scherzt, man könne die Fahrzeuge zur Modellreihe „Ecuador“ ausbauen.

Die etwa 300 Mitarbeiter der Schönebecker Firma sind stolz auf die Qualität ihrer Produkte. „Wir bauen die sichersten Fahrzeuge Europas“, sagt Prokuristin Dagmar Schwarz mit Überzeugung. Die Elbestädter haben in bislang 35 Länder exportiert – Erweiterung nicht ausgeschlossen.

Die Abwicklung des Ecuador-Auftrages dauerte mehr als ein halbes Jahr. Am kommenden Montag beginnt die Verschiffung nach Ecuador. Die Rettungswagen werden dafür zunächst ins belgische Zeebrugge gebracht und dann aufs Schiff verladen.

Schönebecks Oberbürgermeister Bert Knoblauch (CDU) überreicht dem Botschafter noch ein internatinales Geschenk mit lokalem Hintergrund: Wein von einem südafrikanischen Gut. Gegründet haben es einst Auswanderer aus Schönebeck.