Cupertino (dpa) l Neues Design, neue Chips, neue Kamera und endlich drahtloses Aufladen. So könnte man in einem Satz Apples iPhone 8 beschreiben, das neben der Präsentation des neuen Spitzenmodells iPhone X am Dienstagabend (Ortszeit) fast ein wenig unterging. Dabei sparen das iPhone 8 und das größere 8 Plus nicht mit Neuerungen.

Statt eines Alublocks mit Glasfront ist das neue iPhone 8 nun wieder vorne und hinten aus Glas. Formfaktor und Größe sind im Vergleich zum Vorgänger ähnlich geblieben. Das iPhone 8 mit 4,7 Zoll großem Display ist mit einer Einzelkamera ausgestattet, das größere iPhone 8 Plus mit 5,5 Zoll großem Display verfügt über eine Doppelkamera mit Weitwinkel- und Telekamera.

Herzstück beider Smartphones ist der neue A11-Prozessor mit dem Beinamen Bionic. Er soll mehr Leistung bei gleichbleibendem oder geringerem Stromverbrauch liefern. Außerdem soll die neurale Architektur Maschinenlern-Techniken unterstützen und das Smartphone für Anwendungen erweiterter Realität (AR) ertüchtigen.

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Auflösung bleibt unverändert

Bei der Kameraauflösung hat sich im Vergleich zum Vorgänger nichts geändert. Apple verspricht aber größere Sensoren mit mehr Lichtausbeute, ein neu entwickelter Bildsignalprozessor soll für bessere Bilddetails sorgen. Außerdem gibt es neue Kameramodi: etwa 4K-Videos mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde, Zeitlupenaufnahmen mit 240 Bildern pro Sekunde und einen Porträtlichtmodus beim iPhone 8 Plus. Er soll Fotografen mehr Möglichkeiten beim Auswählen von Tiefenschärfe oder Beleuchtungseffekten bieten.

Erstmals bietet Apple iPhone-Nutzern auch die Möglichkeit zum drahtlosen Aufladen des Geräts. Die dafür nötigen Ladematten mit dem Qi-Standard müssen als Zubehör gekauft werden. Anfang 2018 will Apple auch mit einem eigenen Qi-Ladegerät namens AirPower auf den Markt gehen. Es kann nach Unternehmensangaben mehrere Geräte gleichzeitig laden.

Das iPhone 8 und das größere 8 Plus sind mit 64 Gigabyte (GB) und 256 GB Speicherkapazität verfügbar. In den Handel kommen sie am 22. September, die Preise beginnen bei 799 Euro (iPhone 8) und 909 Euro (iPhone 8 Plus).

Unterschiede zum iPhone X

Apple hat am Dienstag gleich drei neue Smartphone-Modelle vorgestellt: Zwei Versionen eines iPhone 8, das weitgehend dem bisherigen Design und Preispunkten folgt und ein runderneuertes iPhone X, das in Europa ab 1149 Euro kostet. Sie unterscheiden sich nicht nur beim Preis:

Display: Das iPhone 8 gibt es weiterhin in zwei Versionen: das Standard-Modell mit einer Bildschirmdiagonale von 4,7 Zoll und die Plus-Ausgabe mit 5,5 Zoll. Das iPhone X kommt als erstes Smartphone von Apple mit einem OLED-Display daher. Es ist 5,8 Zoll groß – aber da Apple den bisher üblichen Rahmen auf ein Minimum gedrückt hat, geht das Gehäuse nur etwas über die Abmessungen des iPhone 8 hinaus.

Identifikation: Während das iPhone 8 wie bisherige Modelle auf den Fingerabdruck-Scanner setzt, blieb dafür im iPhone X mit dem riesigen Bildschirm kein Platz. Konkurrenten aus der Android-Welt verlegten den Sensor auf die Rückseite ihrer Geräte. Apple verzichtete am Ende ganz darauf, auch wenn zwischendurch über Versuche berichtet wurde, den Scanner direkt ins Display zu integrieren. Stattdessen setzt das iPhone X auf Gesichtserkennung. Dafür sind am oberen Rand des Bildschirms diverse Sensoren untergebracht, die Nutzer auch bei unterschiedlichen Frisuren oder mit und ohne Bart identifizieren sollen.

Neue Funktionen: Ein Nebeneffekt der Gesichtserkennung ist, dass die Sensoren die Mimik von Nutzern einfangen können und sie in Echtzeit auf animierte Emoji – "Animoji" – übertragen können. Sie kann man entsprechend nur mit dem iPhone X erstellen. Kabelloses Aufladen beherrschen sowohl das iPhone 8 als auch das iPhone X, genauso wie einen neuen Porträt-Belichtungsmodus mit digitaler Bildbearbeitung.