Wernigerode l Die Hasseröder Brauerei ist verkauft – der neue Eigentümer allerdings noch geheim. Erst Anfang der kommenden Woche soll der Erwerber öffentlich gemacht werden. Laut Volksstimme-Informationen soll es sich um einen Finanzinvestor aus Deutschland handeln. Bislang schwebte eine Verkaufssumme von 200 Millionen Euro im Raum.

Die Wernigeröder Traditionsbrauerei gehört zum weltgrößten, belgisch-brasilianischen Braukonzern AB InBev. Im Zuge seiner Fusionierung mit US-Brauriesen Sab-Miller wurde das Deutschland-Geschäft umstrukturiert. Dabei fiel die Entscheidung, sich von der Premium-Marke Hasseröder und der Altbierbrauerei Diebels zu trennen.

Angebot aus Wernigerode abgelehnt

Im Herbst hatten drei Wenigeröder Unternehmer ihren Hut bei den Verkaufsverhandlungen, die in London geführt wurden, in den Ring geworfen. „Dass wir jetzt raus sind, nehmen wir sportlich, zumal InBev ja beide Brauereien zusammen verkaufen wollte“, sagt Walter Schmidt, einer der Interessenten. Von 1993 bis 2007 leitete er die europaweit modernste Brauerei und führte Hasseröder zur größten ostdeutschen Biermarke. Er kenne den Käufer nicht, wünsche ihm einen Neustart mit Punktlandung. „Die gute Marke hat zuletzt ja sehr gelitten.“

Der Hasseröder-Absatz ist deutlich gesunken, von 2,42 Millionen Hektoliter (2013) auf 2,09 Millionen (2016). Das Unternehmen machte dafür den harten Preiswettbewerb verantwortlich. Hasseröder beschäftigt in Wernigerode rund 260 Mitarbeiter.