Magdeburg (dpa) l Sachsen-Anhalts Bauern fahren bereits die ersten Feldfrüchte ein. Früher als gewöhnlich habe auf den Äckern die Ernte von Gerste, Raps, Weizen und Roggen begonnen, wie der Landesbauernverband in Magdeburg mitteilte. Entscheidend sei nun, ob in der nächsten Zeit zu guten Bedingungen gedroschen werden könne, hieß es. "Die voraussichtliche Ernte wird besser als im Katastrophenjahr 2018, aber im langjährigen Vergleich wird erkennbar, dass deutlich geringere Erträge zu erwarten sind", sagte Verbandspräsident Olaf Feuerborn. Zwar sei der kühle Mai gut für die Feldfrüchte gewesen, aber weiterhin wirke sich die Dürre des Vorjahres extrem aus.

Das Niederschlagsdefizit ist laut Verband nicht ausgeglichen. Die Bodenfeuchte sei in viele Regionen zu niedrig, etwa in der östlichen Altmark, im Jerichower Land und rund um Wittenberg. Ein Verlierer sei der Raps. Um ihn nicht auf staubtrockenen Boden zu säen, hätten die Landwirte die Anbauflächen deutlich reduziert. Nur rund 77.000 Hektar Raps stünden auf den Feldern – mehr als die Hälfte weniger als in den Jahren zuvor. Mit prognostizierten 3,2 Tonnen pro Hektar stehe das dritte Jahr mit schlechten Rapserträgen in Folge bevor, hieß es.

Wichtigste Getreidekultur sei mit 325.000 Hektar Anbaufläche der Winterweizen. Zuletzt habe auch er, wie fast alle anderen Ackerfrüchte auch, Trockenschäden gezeigt.