Halle l Bis zum Schluss war es spannend, ehe Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Armin Willingmann die Gewinner des Hugo-Junkers-Preises verkündete. Forscher mit 81 Projekte hatten sich beworben, 23 hatten es in die Finalrunde geschafft. 15 Projekte, jeweils die Plätze eins bis drei in fünf Kategorien, wurden gestern Abend in Halle vom Schirmherrn Willingmann und dem Juryvorsitzenden Mirko Peglow von der Pergande Gruppe ausgezeichnet.

In der Kategorie „Innovative Produktentwicklung“ (Kasten) schaffte es das Projekt eines neuartigen Kautschuks für Pkw-Reifen. Dadurch wird der Rollwiderstand um bis zu 30 Prozent verringert.

Das innovativste Vorhaben der Grundlagenforschung zielt auf Menschen mit Behinderung. Durch eine spezielle Gentherapie wird das Gehirn für Licht senibilisiert. Dadurch können hochkomplexe Informationen ins Gehirn geschrieben werden.

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Innerhalb der Kategorie „Innovativste Projekte der angewandten Forschung“ beschäftigte sich eine Arbeitsgruppe des Magdeburger Leibnitz Instituts für Neurobiologie mit der Entwicklung einer ultra-empfindlichen, ultra-schnellen und hochauflösenden Forschungskamera.

Das Team der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg erhielt in derselben Kategorie ebenfalls den 1. Preis. Die Wissenschaftler entwickelten künstliches Fruchtwasser, das über ein spezielles, unter die Haut implantiertes System abgegeben wird, um die Gebärmutter nach vorzeitigem Blasensprung mit einer normalen Fruchtwassermenge zu versorgen.

Die „Innovative Allianz“ Fraunhofer Institut/Ionenaustausch Bitterfeld GmbH beschäftigte sich mit der Trinkwassergewinnung aus Brack- und Salzwasser. Es ging darum, durch ein neues Beschichtungsverfahren bei der Filtration die biologische Verschmutzung der Membranfiltration zu reduzieren.

Viel Innovationsgeist

Der Sonderpreis „Innovativstes Startup“ wurde an Uwe Heuert vergeben. Die Firma exceeding solutions UG entwickelt ein Testsystem, das im Rahmen des Gesetzes zur Digitalisierung der Energiewende benötigt wird. Damit können die intelligenten Messsysteme getestet werden.

In der Kategorie werden junge Unternehmer gesucht, die mit ihren Visionen, ihrem kreativen Denken sowie ihren kreativen Geschäftsmodellen und Strategien neue Produkte und Dienstleistungen für neue Märkte schaffen oder bestehende Märkte verändern. Bei den Bewerbungsprojekten sollte es sich um marktreife Innovationen handeln.

Willingmann sagte gestern, dass „viel Innovationsgeist in Sachsen-Anhalts klugen Köpfe steckt“. Die Finalisten zeigten auch, wie man Chancen ergreife, die sich durch neue technische Möglichkeiten, neue Märkte oder Veränderungen in der Gesellschaft böten.

Das Ministerium lobt seit 26 Jahren den Innovationspreis aus. Mit dem Preis soll die Leistung innovativer Unternehmen und Wissenschaftler ausgezeichnet und ihre Arbeit unterstützt werden. Zu den Partnern des Preises gehören unter anderem die Handwerkskammern Magdeburg und Halle, die Industrie- und Handelskammern Magdeburg und Halle-Dessau sowie die Metropolregion Mitteldeutschland. Der Wettbewerb ist mit insgesamt 90.000 Euro dotiert.