Magdeburg/Halle (dpa) l Ob mit Ausbildung oder ohne – in der Hotellerie und Gastronomie in Sachsen-Anhalt fehlen laut Branchenverband immer mehr Arbeitskräfte. "Der Markt ist so eng, einer wirbt dem anderen schon die Mitarbeiter ab", sagte Michael Schmidt, Präsident des Landesverbandes des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), am Montag auf dpa-Anfrage. Hintergrund war eine aktuelle Umfrage der Industrie- und Handelskammern zur Sommersaison unter rund 700 Gastronomen, Hoteliers, Reisebüros und -veranstaltern im Land. Demnach ist die Stimmung grundsätzlich positiv, wenn auch nicht so wie im Vorjahr, in dem der Sommer sehr heiß gewesen sei.

Die Dehoga sieht nach Angaben von Schmidt einen Weg aus der Misere in der Werbung um Auszubildende aus dem Ausland. "Vietnam zum Beispiel", sagte er zu einem Kooperationsprojekt der Dehoga. Ziel sei es, pro Jahr etwa 100 bis 150 Auszubildende nach Sachsen-Anhalt zu holen.

Er verspreche sich auch angesichts der Verbindungen, die es bereits vor 1990 zwischen Vietnam und Ostdeutschland gab, Erfolge bei der Gewinnung neuer Mitarbeiter wie für die Hotellerie, sagte Schmidt. "Denn besonders kleinere Häuser, vor allem Betriebe in ländlichen Regionen, haben es schwer, Beschäftigte und Nachfolger zu finden", sagte der Dehoga-Landeschef.

"Zum Schluss steht manchmal der Unternehmer allein in der Gaststätte, damit er das, was er jahrelang aufgebaut zumindest bis zur Rente erhalten kann, und um auch nicht in die Altersarmut zu rutschen", sagte Schmidt.

In der Reisebranche ist die Stimmung laut der Umfrage der Industrie und Handelskammern Magdeburg und Halle-Dessau auch nicht rosig. Im Vergleich zu 2018 seien Buchungen deutlich zurückgegangen.