Hannover (dpa) l Das neue Geschäftsmodell für die angeschlagene Norddeutsche Landesbank (NordLB) wird aktuell von der EU-Kommission geprüft. Das bestätigte ein Sprecher des niedersächsischen Finanzministeriums am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Unklar sei, wann dieser Prozess abgeschlossen sein wird und ob noch weitere Daten nachgefordert würden. "Das ist ein umfangreicher Prozess", erklärte der Sprecher. Anfang April hatten die NordLB-Träger der Bankenaufsicht ihr neues Geschäftsmodell präsentiert. Die Bank soll künftig mit 3250 statt 5500 Mitarbeitern auskommen.

Kern des Geschäftsmodells sollen künftig das Firmenkundengeschäft, die Immobilienfinanzierung und das Agrarbanking sowie das Privatkundengeschäft sein. Die Bank soll zwar ertragsstark mit einer achtprozentigen Rendite und einer Kernkapitalquote von 14 Prozent vor allem regional stark verankert sein, aber auch im europäischen Ausland vertreten bleiben. Die Bilanzsumme schmilzt nach diesem Konzept künftig von rund 155 Milliarden auf 95 Milliarden Euro.

Die NordLB hatte wegen des schwierigen Schiffsfinanzierungsgeschäfts Milliardenverluste verzeichnet und benötigt eine Finanzspritze von insgesamt 3,63 Milliarden Euro. Den größten Teil müssen Niedersachsen und Sachsen-Anhalt schultern, die Sparkassengruppe den Rest. Sachsen-Anhalt ist mit knapp 5,6 Prozent der Anteile Miteigentümer. Weil sich das Land anders als andere Träger nur mit direktem Kapital an der Rettung beteiligt, steigt der Besitzanteil mit dem Staatsvertrag auf 6,9 Prozent. Sachsen-Anhalts Sparkassenvertreter halten künftig 2 statt rund 5 Prozent. Der Staatsvertrag zwischen den beteiligten Bundesländern soll am 3. Juni unterzeichnet werden.