Hasseröder wird nicht verkauft. Der Weltkonzern Anheuser-Busch InBev hat sich von der Strategie verabschiedet und will die Traditionsmarke samt der Bierbrauerei in Wernigerode nun doch behalten. Er will dafür sorgen, dass der Harzer Gerstensaft künftig eine neue Rolle im Unternehmen spielt, und spricht sogar davon, in Deutschland mit seinen Marken die Nummer eins werden zu wollen. Wie? Das sagt er nicht. Es hört sich dennoch gut an und passt zu dem einst so starken Hasseröder Bier.

Doch wehe, es ist nur der Schaum, der schmeckt, und der Rest ist eher bitter. Denn, wenn der Sinneswandel des Bierriesens wirklich ernst gemeint ist, muss er Taten folgen lassen und richtig viel tun, um den alten Glanz wieder herzustellen. Das ist der Konzern den mehr als 200 Brauerei-Mitarbeitern schuldig. Sie haben trotz der jahrelangen Hängepartie dafür gesorgt, dass Hasseröder eine Top-Marke in Ostdeutschland geblieben ist. Und der Kundschaft, um Hasseröder bis zur Neige genießen zu können.