Magdeburg (dpa) l Auf vielen Feldern im Land machen sich in diesem Jahr etliche Schädlinge breit – vor allem im Raps. Zu ihnen gehörten der Rapserdfloh, der Rüsselkäfer und der Rapsglanzkäfer, wie das Umweltministerium in Magdeburg mitteilte. Einzelne Flächen im Winterraps seien derzeit von besonders vielen der Schädlinge befallen. Schuld an dem Problem sei unter anderem der milde Winter.

Der Rapserdfloh etwa konnte im Spätherbst zahlreiche Eier ablegen, erklärte das Umweltministerium. Die sprunghaft gestiegenen Temperaturen Ende März führten dann dazu, dass extrem viele Larven innerhalb kürzester Zeit schlüpfen konnten. Auch die Rüsselkäfer und Rapsglanzkäfer waren Nutznießer des guten Wetters.

Doch nicht nur die kleinen Krabbeltiere bereiten den Bauern derzeit bange Stunden. Auch die Kohlfliege habe sich in diesem Jahr auf den Feldern breiter gemacht als sonst, sagte der Sprecher des Landesbauernverbands, Christian Apprecht, in Magdeburg.

Mäuse mit Chemie bekämpft

Daneben beobachteten die Landwirte in einigen Regionen des Landes auch ein verstärktes Aufkommen an Mäusen. Die betroffenen Bauern hätten jedoch beizeiten reagiert und die Nager mit chemischen Mitteln bekämpft, teilte das Umweltministerium mit. Mit einem wirtschaftlichen Schaden sei daher nicht zu rechnen.

Um die Verluste auch auf den anderen Feldern gering zu halten, kämpfen die Landwirte mit harten Bandagen. Rapserdfloh, Rüsselkäfer und Co. würden mit entsprechenden Pflanzenschutzmitteln besprüht, sagte Apprecht. Welche Pestizide erlaubt sind, regelt nach Angaben des Umweltministeriums ein vorgegebener Richtwert.

Pestizide nur nachts oder bei Regen

Damit andere Insekten wie etwa die Bienen nicht zu stark geschädigt würden, sprühten die Landwirte ihre Pestizide zudem nachts oder bei Regen auf den Feldern aus, erklärte Apprecht.

Die Landwirte beobachteten ihre Felder sehr genau. Ob ein Problem im Anmarsch sei, hänge von vielen Faktoren ab – etwa vom Wetter, sagte Apprecht. Genaue Vorhersagen seien aber nur schwer zu treffen. "In einem Jahr haut es hin, im anderen nicht", so Apprecht. Zudem diskutierten Landwirte in Expertenrunden über aktuelle Probleme.