Magdeburg (dpa) l Biolandwirtschaft wird bei Bauern in Sachsen-Anhalt immer beliebter. Im vergangenen Jahr stieg die Fläche der Bio-Äcker um mehr als ein Viertel auf rund 92.000 Hektar. Das war ein Plus von etwa 19.000 Hektar im Vergleich zum Vorjahr, wie das Agrarministerium am Donnerstag mitteilte.

Insgesamt wurde damit zum Jahresbeginn 2019 auf 7,8 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche nach ökologischen Kriterien produziert. Ein Jahr zuvor waren es noch 6,2 Prozent gewesen. Die schwarz-rot-grüne Regierung hat in ihrem Koalitionsvertrag einen Zielwert von 20 Prozent ausgegeben.

Den starken Anstieg führt das Ministerium vor allem auf eine bessere Förderung zurück. Seit 2018 erhalten Landwirte deutlich höhere Prämien, wenn sie auf bio umstellen. Für Ackerland und Grünland zum Beispiel gibt es in den ersten beiden Jahren nach der Umstellung 403 statt 230 Euro pro Hektar. "Wir sind von der großen Resonanz auf die Förderung der ökologischen Landwirtschaft überwältigt", sagte Landwirtschaftsministerin Claudia Dalbert (Grüne). Ihre Erwartungen seien weit übertroffen worden.

Mehr Geld für Förderung

Kehrseite der Antragsflut: Es muss deutlich mehr Geld für die Förderung ausgegeben werden als zunächst eingeplant. Für die laufende Förderperiode der EU bis 2021 sei aber genug Geld für alle Anträge vorhanden, versicherte eine Ministeriumssprecherin.

Die Zahl der ökologisch wirtschaftenden Betriebe in Sachsen-Anhalt stieg innerhalb eines Jahres um 103 auf 566. Es gebe eine große Nachfrage nach regional erzeugten Bioprodukten, sagte Dalbert. Die Zahlen zeigten, dass die Landwirte diese Nachfrage erkannt hätten. "Ökolandbau schont die Ressourcen, schützt die Gewässer, unterstützt die Artenvielfalt und wird dem Tierwohl gerecht", sagte die Grünen-Politikerin.

Im deutschlandweiten und europäischen Vergleich sieht die Ministerin allerdings noch Luft nach oben. Jüngste Vergleichszahlen stammen hier noch aus dem Jahr 2017 – Sachsen-Anhalt lag da mit 6,2 Prozent Bio-Flächen unter dem europäischen Durchschnitt von 7,0 Prozent und dem deutschen Durchschnitt von 8,2 Prozent. Finanzielle Unterstützung für Ökobetriebe sei deshalb auch weiterhin nötig, sagte Dalbert.