Berlin (dpa) l Mit vorsichtigen Hoffnungen auf ein erneut starkes Urlaubsjahr beginnt die weltweit größte Reisemesse ITB in Berlin. Schwerpunkte sind das Geschäft mit Touren und Ausflügen sowie Virtual Reality im Tourismus. Beiden Segmenten wurden erstmals eigene Bereiche gewidmet, wie die Messe Berlin am Dienstag vor Eröffnung der 53. ITB (6. bis 10. März) mitteilte. Etwa 10.000 Aussteller aus 181 Ländern und Regionen sind in den Messehallen rund um den Berliner Funkturm vertreten. Erstmals zu Gast ist die Insel St. Helena.

Zum Auftakt der Messe sorgte das diesjährige Partnerland Malaysia für Verständnislosigkeit. Die Frage aus dem Podium, ob das Reisen in Malaysia für Juden und Homosexuelle sicher sei, wollte Tourismusminister Datuk Mohammaddin bin Ketapi nicht beantworten. Die ITB sei dafür nicht das richtige Forum. Auf eine weitere Nachfrage sagte er zum Thema Homosexualität: „Ich glaube, wir haben so etwas nicht in unserem Land.“

Bereits vor dem Messeauftakt hatte es Kritik am mehrheitlich muslimisch geprägten Partnerland aus Südostasien gegeben. Im Januar hatte die Regierung Malaysias angekündigt, keine Sportereignisse mit israelischen Teilnehmern mehr ausrichten zu wollen.

Leicht steigende Umsätze in 2019

Die deutsche Tourismusbranche rechnet trotz eines verhaltenen Starts in das Sommergeschäft mit leicht steigenden Umsätzen in diesem Jahr. „Die Reiselaune ist grundsätzlich vorhanden“, sagte der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Tourismuswirtschaft, Michael Frenzel. Die gesamtwirtschaftlichen Konjunkturprognosen trübten sich jedoch eher ein. Die Branche blickt auf ein Rekordjahr 2018 zurück.

Das Reiseland Türkei ist auf dem Weg zurück zu alter Stärke und feiert 2019 ein Comeback. Das Land wachse prozentual am stärksten und gewinne Marktanteile zurück, sagte der Präsident des Deutschen Reiseverbands, Norbert Fiebig. Gut nachgefragt für den Sommer seien auch Ägypten, Tunesien, Bulgarien und Kroatien. Wachstumstreiber seien zudem Kreuzfahrten. „Wir gehen davon aus, dass die Deutschen in diesem Jahr ihre Sommerurlaubsplanung etwas später als im letzten Jahr vornehmen werden“, sagte Fiebig. Man rechne aber trotzdem mit einem leichten Umsatzanstieg.

Die ersten drei Messetage sind dem Fachpublikum vorbehalten, am Wochenende haben auch Privatleute Zutritt. Im vorigen Jahr kamen rund 170.000 Besucher.

Publikumsmagnete aus Sachsen-Anhalt

Sachsen-Anhalt wirbt in Berlin mit drei Publikumsmagneten: 100 Jahre Bauhaus, Quedlinburgs Erbe und 20 Jahre „Gartenträume Sachsen-Anhalt“.

Großformatige Banner mit Fotos sowie Zitaten der Bauhaus-Meister dominieren den Auftritt Sachsen-Anhalts unter dem Berliner Funkturm. Besucher können auf einer virtuellen Sachsen-Anhalt-Karte das Netzwerk der Moderne kennenlernen. Und Sachsen-Anhalt wirbt dort auch mit den Höhepunkten zum Jubiläum: Der Grundsteinlegung für das neue Bauhaus Museum am 8. September in Dessau und der weltweit zweitgrößten Bau- haussammlung in der anhaltischen Stadt.

Quedlinburg gedenkt in diesem Jahr der Königserhebung des Sachsenherzogs Heinrich I. vor 1100 Jahren. Der König ist in Quedlinburg begraben. Zum Wirken Heinrich I. beginnt am 19. Mai eine Sonderausstellung auf dem Schlossberg. Und auch auf 2020 wird schon vorausgeblickt. Im nächsten Jahr wird 20 Jahre „Gartenträume Sachsen-Anhalt“ gefeiert. Die Route verbindet 50 Parkanlagen in Sachsen-Anhalt.mit dem bekannten„Gartenreich Dessau-Wörlitz“.