Berlin (dpa) l Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat die Flugbegleiter des irischen Billigfliegers Ryanair ebenfalls für diesen Mittwoch (12. September) zum Streik aufgerufen. Nachdem auch die zweite Verhandlungsrunde am 5. September ohne Ergebnis verlaufen sei, "ruft Verdi die Beschäftigten zum Arbeitskampf auf, um Druck auf die Arbeitgeber zu machen", teilte die Gewerkschaft am Montagabend in Berlin mit. Bei den Verhandlungen geht es nach Verdi-Angaben um rund 1000 Flugbegleiter bei Ryanair in Deutschland.

Ein bislang vorliegendes Entgeltangebot nannte Verdi indiskutabel. "Es sieht für die Jahre 2018 und 2021 keine Erhöhungen vor, für 2019 die Umwandlung einer bestehenden Leistungsprämie sowie eine Erhöhung pro Flugstunde um lediglich 50 Cent und eine Erhöhung der Entgelte in 2020 um 41 Euro pro Monat", heißt es in der Mitteilung.

Der erste Verdi-Streik bei Ryanair

Verdi verlange "eine substantielle Entgeltsteigerung, die das Einkommen für alle Beschäftigten existenzsicher und planbar macht. Dazu gehören unter anderem die Einführung eines Basisgehaltes für alle Flugbegleiter und die Erhöhung dieses Gehaltes." Für Verdi ist es der erste Streik bei Ryanair. Die Gewerkschaft will weitere Streiks folgen lassen, wenn die irische Fluggesellschaft in den Tarifverhandlungen kein Entgegenkommen zeigt. "Das ist ein erster Warnstreik. Wie es weitergeht, hängt vom Verhandlungsverlauf ab", sagte Vorstandsmitglied Christine Behle am Dienstag in Berlin.

Die Gewerkschaften wollen mit dem Streik die Airline hart treffen. "Es wird für Ryanair am Mittwoch sehr schwierig, noch Flugzeuge aus Deutschland zu bewegen", sagte VC-Sprecher Markus Wahl der Deutschen Presse-Agentur. Man rechne aber damit, dass Ryanair Maschinen und Crews aus anderen Ländern kurzfristig nach Deutschland schicke, wie es bei einem ersten Warnstreik kurz vor Weihnachten geschehen war. Damals hatte Ryanair alle geplanten Flüge in die Luft bekommen.

Wegen des angedrohten Streiks des Ryanair-Personals hat die Fluggesellschaft für Mittwoch 150 Flüge von und nach Deutschland gestrichen. Die betroffenen Kunden würden umgehend informiert und entschädigt, kündigte Ryanair-Marketingchef Kenny Jacobs am Dienstag in Frankfurt an. Das Unternehmen will Informationen zu Ausfällen per Mail und SMS verbreiten, hieß es. Kunden könnten zudem ihre Verbindungen kostenfrei auf die Tage Donnerstag bis Sonntag umbuchen.