Magdeburg l Die Deutsche Post plant eine Umstrukturierung ihres Filialnetzes und will auf das veränderte Konsumverhalten ihrer Kunden reagieren. So soll künftig nicht mehr die komplette Palette der Serviceangebote in allen Filialen angeboten werden. Die Zahl der Packstationen soll hingegen weiter steigen. Automatisierter Service ist das Stichwort.

Eilzustellungen, Wertsendungen und Auslandsschreiben – Beispiele für kaum nachgefragte Leistungen, die der Deutschen Post dennoch "erhebliche Kosten verursachen", wie eine Sprecherin erklärte. "Die Wünsche und das Kommunikationsverhalten der Kunden haben sich verändert." Viele Angebote – wie das Verschicken eines Pakets über die Packstationen oder das Stellen eines Nachsendeauftrags – sind bereits heute online möglich. Und die Digitalisierung wird auch bei der Deutschen Post für weitere Änderungen sorgen. Wie die Sprecherin erklärte, soll es künftig unter anderem möglich sein, an weiterentwickelten Packstationen Briefmarken zu erhalten.

Bundesweit gibt es derzeit rund 4200 Packstationen, im Jahr 2021 sollen es bereits 7000 sein. Auch in Sachsen-Anhalt, wo derzeit 109 DHL-Packstationen zur Verfügung stehen, ist das Automatennetz in den vergangenen Jahren deutlich ausgebaut worden. Zum Vergleich: 2007 gab es nur zehn dieser Packstationen in Magdeburg und Halle.

Bundesweit soll die Zahl aller Post-Anlaufstellen bundesweit zwar auf rund 20 000 erhöht werden, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Viele davon sind jedoch Packstationen. "Wir könnten uns für die Zukunft 6000 bis 8000 Vollsortimentsfilialen vorstellen, in denen alle postalischen Leistungen angeboten werden", sagte Post-Vorstand Tobias Meyer.

Ob das Vorhaben realisierbar ist, hängt auch von der anstehenden Postgesetz-Reform ab. Erst im Sommer hatte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) ein entsprechendes Eckpunkte-Papier vorgelegt. Bisher ist das Bonner Unternehmen verpflichtet, deutschlandweit mindestens 12.000 Vollsortimentsfilialen anzubieten.

Meyer wirbt zwar für weniger strenge Vorgaben bei der kommenden Reform. Laut dem Eckpunktepapier aber "sollen die Qualitätsstandards mindestens beibehalten werden". Diese gelten insbesondere für die Filial- und Briefkastendichte.

Außerdem wolle man "untersuchen, ob die Zustellung an sechs Tagen weiterhin erforderlich ist". Noch bis Ende des Jahres will das von Altmaier geführte Ministerium einen Gesetzesentwurf vorlegen.

Die geplanten "Light"-Filialen sollen nach Angaben der Post-Sprecherin keinen Stellenabbau zur Folge haben: "Bei der geplanten Reduzierung von Vollsortimentsfilialen geht es ausdrücklich nicht um eine Einschränkung unserer bundesweiten Präsenz bzw. eine Verkleinerung des Filialnetzes."