Wiesbaden/Düsseldorf (dpa) l Mehr im Geldbeutel: Die meisten Arbeitnehmer in Deutschland haben im vergangenen Jahr Gehaltserhöhungen oberhalb der Inflationsrate erhalten. Bei den Tarifbeschäftigten stiegen die Verdienste einschließlich Sonderzahlungen im Schnitt um 2,9 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden berichtete. Die Verbraucherpreise kletterten lediglich um 1,8 Prozent, so dass die Menschen am Ende mehr Kaufkraft in der Tasche hatten. Das kann den Konsum ankurbeln und so die Konjunktur stützen. Ohne die Sonderzahlungen wie Weihnachtsgeld, Leistungsprämien oder Gewinnbeteiligungen hatten die Beschäftigten im Schnitt 2,6 Prozent mehr auf dem Gehaltszettel als 2017.

Die gewerkschaftliche Böckler-Stiftung hatte das durchschnittliche Lohnplus für die Tarifbeschäftigten Anfang Februar knapp abweichend auf 3,0 Prozent berechnet. Im Vergleich zum Vorjahr habe die Lohnentwicklung mit dem realen Lohnzuwachs um 1,1 Prozent deutlich an Dynamik gewonnen, zeigten sich die Tarifexperten zufrieden.

Nach Daten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) aus dem Jahr 2017 arbeiten rund 55 Prozent aller Arbeitnehmer in tarifgebundenen Unternehmen. Weitere 22 Prozent sind in Betrieben angestellt, die sich an den Tarifverträgen orientieren, diese aber nicht komplett erfüllen müssen. Im abgelaufenen Jahr haben aber auch viele Beschäftigte profitiert, die nicht nach Tarif bezahlt werden. Das Statistische Bundesamt hatte den allgemeinen Anstieg der Bruttolöhne im Jahr 2018 auf 3,0 Prozent beziffert.