Leipzig/Magdeburg l Die Journalisten-Gewerkschaft DJV hat gegenüber der Volksstimme weitere Streiks beim Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) angekündigt. „Wir entscheiden von Tag zu Tag“, sagte DJV-Geschäftsführer Ralf Leifer, der für die Gewerkschaft die Tarifgespräche mit dem öffentlich-rechtlichen Sender führt. Am Dienstag hatten sich rund 400 MDR-Mitarbeiter in der Leipziger Sendezentrale an einem Warnstreik beteiligt. Einen Tag zuvor hatten nach Angaben der Gewerkschaft bereits etwa 200 Beschäftigte die Arbeit niedergelegt. Auch am heutigen Mittwoch solle der Ausstand weitergehen.

Der DJV fordert für die 2000 festangestellen und 1500 freien Mitarbeiter des MDR in den drei Ländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen eine Erhöhung der Gehälter und Honorare um 5,5 Prozent. Der MDR hatte, so Leifer, zuletzt 4,55 Prozent im Laufe von zwei Jahren angeboten. Hauptstreitpunkte sind andere Themen: Auf die Forderung der Gewerkschaft, einen Familienzuschlag einzuführen, ist der Sender bislang nicht eingegangen. Der DJV will zudem, dass die Sonn- und Feiertagszuschläge der Freien auf das Niveau der Festangestellten angehoben werden. Das bisherige MDR-Angebot sehe zwar eine Anpassung vor, allerdings blieben die Zusatz-Honorare auch nach der Erhöhung unter den Sätzen für Festangestellte, kritisierte Leifert.

Der Warnstreik hat unterdessen beim MDR-Fernsehen zu Programmausfällen geführt: „Die Arbeitsniederlegungen betreffen verschiedene Abteilungen und Bereiche des MDR“, sagte eine Sprecherin des Senders auf Volksstimme-Anfrage. Am Dienstagnachmittag entfielen die Live-Sendungen „MDR um 2“ und „MDR um 4“. Stattdessen wurden Wiederholungen ausgestrahlt. Ob sich weitere Änderungen ergeben, hänge vom Streikgeschehen ab, so die Sprecherin weiter. Am Vortag war nach Gewerkschafts-Angaben bereits die Hauptnachrichtensendung MDR-Aktuell um 19.30 Uhr ausgefallen.

Laut Gewerkschafts-Geschäftsführer Leifer stehe als neuer Verhandlungstermin der 28. September im Raum. Die Frage, ob der MDR sein Angebot nachbessere, ließ die MDR-Sprecherin unbeantwortet. Zuletzt habe der Sender ein Angebot vorgelegt, das dem Niveau von Abschlüssen anderen ARD-Anstalten entspreche, teilte der Sender mit.