Reuden (dpa) l Präzisionsarbeit von Mensch und Tier im Wald: In Reuden bei Zerbst (Landkreis Anhalt-Bitterfeld) haben sich am Wochenende Gespannführer zur deutschen Meisterschaft im Holzrücken mit Pferd getroffen. 30 Gespanne mit einem oder zwei Pferden gingen auf den Hindernisparcours. Ganz oben auf dem Podest standen zum Schluss Teilnehmer aus Nordrhein-Westfalen und Bayern, wie Victoria Große vom Landesforstbetrieb Sachsen-Anhalt am Sonntag sagte. Mehr als 1000 Zuschauer verfolgten die Wettkämpfe.

Holzrücken mit Pferd heißt nichts anderes, als dass Pferde Baumstämme hinter sich herziehen. In dem Wettbewerb mussten die Gespanne den Parcours innerhalb einer vorgegebenen Zeit fehlerfrei bewältigen. Zehn Aufgaben warteten auf die Teilnehmer. So musste der Baumstamm etwa über eine Brücke oder durch einen Wassergraben gezogen werden. „Das ist schon eine ganz schöne Herausforderung für den ein oder anderen Pferdeführer“, erläuterte Große. Zudem gab es ein Labyrinth, bei dem sehr auf die Kommunikation zwischen Mensch und Pferd ankam. Bewertet wurden auch Elemente wie das Rückwärtsziehen oder der Gehorsam des Pferdes.

In der Forstwirtschaft werden trotz modernster Technik auch weiterhin Pferde zum Holzrücken eingesetzt. Sie sind unverzichtbar, weil manche Stellen für schwere Forstmaschinen nicht zugänglich sind. Sachsen-Anhalt besitzt aktuell keine landeseigenen Holzrückepferde und greift bei Bedarf auf externe Dienstleister zurück. Die Holzrück-Meisterschaft gibt es seit 2012, sie fand zum ersten Mal in Sachsen-Anhalt statt.