Berlin (dpa/tmn) - Amazon bringt sein Fire TV auf die Fernseher von Grundig und von ok., einer Marke von MediamarktSaturn. Die Geräte der Fire TV Edition haben das Streamingangebot des Onlineriesen vorinstalliert und sind über die Sprachassistentin Alexa steuerbar.

Von Grundig soll es gleich eine ganze Serie von Geräten geben - vom Einsteigermodell bis hin zum 4K-Gerät mit OLED-Display, Dolby Vision und kompletter Sprachsteuerung über Fernfeldmikrofone und Alexa. Die Liason von Amazon und Grundig kostet in der Spitzenversion rund 1300 Euro. Das o.k.-Gerät ist für Anfang 2020 angekündigt. Das gab Fire-TV-Chef Marc Whitten im Rahmen der nun Elektronikmesse IFA(Publikumstage 6. bis 11. September) bekannt.

Enthalten sind auch Discovery und der Eurosport Player

Neues gibt es auch auf der Programmseite: Discovery und der Eurosport Player werden Teil des Angebots von Fire TV. Damit können Nutzer auch die Olympischen Spiele in Tokio 2020 über ihre Fire-TV-Sticks oder -Boxen ansehen.

Von Amazon selbst gibt es die Streaming-Box Fire TV Cube mit eingebauten Mikrofonen. Sie kommt im Oktober in Deutschland auf den Markt. "Wir glauben, dass der Stimme die Zukunft im Wohnzimmer gehört", sagte der zuständige Amazon-Manager Marc Whitten.

Zugleich schränkte er ein, dass Amazon die Fernbedienung nicht komplett abschaffen wolle - in einigen Situationen werde sie die bessere Lösung sein. Man könne zwar auch durch Menüs oder Listen mit Kommandos wie "Alexa, weiter nach rechts" kommen - "aber in dieser Situation würde ich empfehlen, nach der Fernbedienung zu greifen".

Erstes TV-Gerät mit Alexa-Mikrofonen

Die deutsche Traditionsmarke Grundig, die dem türkischen Arçelik-Konzern gehört, wurde zum weltweit ersten Anbieter eines Fernsehers mit eingebauten Alexa-Mikrofonen. Bei Grundig habe man sich zwar auch mit der Frage auseinandergesetzt, ob eine Marke schneller austauschbarer wird, wenn die Bedienung eines Fernsehers an Alexa und Amazon abgetreten wird, sagte der zuständige Manager Mario Vogl. "Aber die Geschwindigkeit, die wir uns mit einem globalen digitalen Player holen, war für uns entscheidend." Diese Abwägung könne zwar bei einzelnen Firmen unterschiedlich ausfallen. "Aber ich denke, viele mittelgroße Hersteller, wie wir einer sind, haben die Frage so beantwortet."

Amazon habe kein Problem damit, wenn die Fire-TV-Funktionalität in in Fernsehgeräte wandert und der Konzern damit weniger eigene Streaming-Boxen und -Sticks verkauft, sagte Whitten. "Ich betrachte Fire TV inzwischen mehr als einen Service." Bedienung per Sprache sei zum Beispiel sinnvoll, damit man sich nicht mehr merken müsse, auf welchem Kanal ein Fernsehsender einprogrammiert wurde oder welche Staffel einer Serie bei welchem Streaming-Anbieter verfügbar ist. Fire TV wähle dabei immer die günstigste Option für den Kunden, auch wenn der Inhalt dann nicht von Amazons hauseigener Plattform komme, versicherte Whitten.

IFA