München (dpa) - Der Deutsche Eishockey-Bund hat seinen Sportdirektor Stefan Schaidnagel mit sofortiger Wirkung freigestellt. Der Vertrag endet offiziell am 30. April 2021.

Bis zum kommenden Frühjahr soll Frauen-Nationaltrainer Christian Künast Schaidnagels Aufgaben als Interims-Lösung übernehmen, teilte der DEB mit, machte darüber hinaus aber keine Angaben zur Suche nach einem Nachfolger. Weder Schaidnagel noch DEB-Präsident Franz Reindl waren zunächst für eine Stellungnahme zu erreichen.

Obwohl der 39 Jahre alte Schaidnagel maßgeblich für die sportlichen Reformen zuletzt verantwortlich war und zuletzt gar offiziell die "Generalverantwortung" beim DEB innehatte, hatte sich die Trennung angekündigt. "Die Trennung erfolgt aufgrund unterschiedlicher Auffassungen über die Personalführung des Verbandes, unter denen eine weitere Zusammenarbeit nicht zielführend fortgeführt werden kann", hieß es vom DEB dazu.

Nach dpa-Informationen war es in der Vergangenheit immer wieder zu Reibereien zwischen Reindl und Schaidnagel gekommen. Dabei sollte Schaidnagel eigentlich den Verband nach einem möglichen Abgang Reindls führen. Der 66-Jährige gilt als aussichtsreicher Kandidat für das Präsidentenamt beim Weltverband IIHF.

Schaidnagel arbeitete zuletzt insbesondere eng mit Bundestrainer Toni Söderholm und dessen Vorgänger Marco Sturm zusammen. Der sportliche Aufschwung beim Olympia-Zweiten von 2018 wird auch mit den Konzepten Schaidnagels in Verbindung gebracht. Schon beim Deutschland Cup vor einem Monat in Krefeld war er aber schon nicht mehr dabei und wurde da bereits von Künast vertreten. Offiziell hieß es damals, Schaidnagel sei krank geschrieben. Solange Künast die Aufgaben des Sportdirektors übernimmt, wird die Frauen-Nationalmannschaft von der U18-Frauen-Bundestrainerin Franziska Busch betreut.

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Schaidnagel als Eishockey-Profi

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