Altmärkische Wische l Dass die Einwohner der „Altmärkischen Wische“ nach den beiden zurückliegenden Bürgermeisterwahlen mit jeweils nur einem Kandidaten am Sonntag gleich bei drei Bewerbern ihr Kreuzchen machen konnten, ließ fast ahnen, dass in zwei Wochen eine Stichwahl notwendig wird. Dass das Ergebnis so knapp und ausgeglichen ausfiel, überraschte die meisten dann doch etwas.

Zur Erinnerung: Der Wendemarker Ex-Bürgermeister Karsten Reinhardt, der Ende April das Prozedere mit seinem Rücktritt ausgelöst hatte, bekam bei 725 Wahlberechtigten mit 36,5 Prozent die meisten Stimmen. Dicht auf den Fersen folgte ihm indes Willi Hamann aus Seehausen mit 34,6 Prozent. Für ein Achtungszeichen sorgte dazu Bryan-Xaver Skalei, der zwar in Magdeburg lebt, aber in Neukirchen aufgewachsen ist, mit 28,8 Prozent. Das Ergebnis der beiden Verfolger kann man auch als Beleg dafür werten, dass viele Wische-Bewohner bereit für eine personelle Veränderung sind.

Es wird also spannend, wem der beiden verbliebenen Kandidaten die Skalei-Wähler am Sonntag, 26. August, ihre Stimme geben. So sie sich noch einmal zu einem Urnengang bewegen lassen. Denn erfahrungsgemäß dürfte die Wahlbeteiligung vom vergangenen Sonntag mit 50,5 Prozent im zweiten Anlauf kaum wieder erreicht werden.

Nicht unerwartet holte Karsten Reinhardt in seinem Heimatort Wendemark die meisten Stimmen, nämlich 57,6 Prozent. In Lichterfelde landete er mit 48,9 Prozent ebenfalls auf dem ersten Platz. Dafür holte Willi Hamann relativ deutlich mit 46,2 Prozent sein bestes Ergebnis im benachbarten Falkenberg.

Wäre Sonntag nur ein Bürgermeister für Neukirchen zu wählen gewesen, hätte Skalei das Rennen auf Anhieb gemacht. Denn 57 Wähler, also 51,8 Prozent der Urnengänger machten ihre Kreuz hinter dem Wahl-Magdeburger. Das wäre für Neukirchen die absolute Mehrheit gewesen. Bemerksenswert in dem Dorf: Bei den Wählern, die Skalei ihre Stimme nicht gaben, punktete Hamann mit 33,6 Prozent deutlich vom Reinhardt, der dort 14,5 Prozent der Stimmen bekam.

Und noch etwas ist am Rande bemerkenswert, wenn auch nicht kriegsentscheidend: Keiner der Wische-Bewohner forderte im Seehäuser Rathaus Briefwahlunterlagen an.

Und was sagen die drei Kandidaten zum Ausgang der ersten Wahlrunde? Karsten Reinhardt ließ auf Nachfrage wissen, dass er mit so einem Ergebnis bei drei Kandidaten gerechnet habe. Das sei gelebte Demokratie. Ihm tue aber vor allem der Aufwand für die Bürgermeisterwahl außerhalb der Reihe leid.

Willi Hamann freute sich, dass er so viele Stimmen bekommen hat und ihm die Wähler einiges an Vertrauen entgegengebracht haben. Natürlich hofft er, dass er in zwölf Tagen beim Wahlergebnis noch etwas zulegen kann.

Bryan-Xaver Skalei freute sich, im Dienst der Demokratie bei der Wahl eine Alternative angeboten zu haben und war von seinem Ergebnis aus dem Stand angetan. Der Wische wird er trotz verlorener Wahl die Treue halten.