Berlin (dpa) - Mit Rekord-Debütant Youssoufa Moukoko hat Borussia Dortmund den Patzer von Bayern München ausgenutzt und sich dank Torgarant Erling Haaland bis auf einen Zähler an den Tabellenführer herangeschoben.

Im Berliner Olympiastadion gewann der BVB am Samstagabend gegen Hertha BSC die erste Partie mit dem 16 Jahre und einen Tag alten Moukoko mit 5:2 (0:1). Die Tore-Show lieferte aber noch nicht Moukoko als nun jüngster Spieler der Bundesliga-Historie, sondern wieder einmal Haaland.

Der Norweger wendete mit einem Viererpack (47./49./62. und 79. Minute) die Partie. Auch Raphael Guerreiro (70.) traf für den BVB. Die Berliner waren durch Matheus Cunha (33.) in Führung gegangen, der Brasilianer traf später auch per Foulelfmeter (79.). Dadurch zog Dortmund an RB Leipzig nach deren 1:1 in Frankfurt vorbei und schlug auch Kapital aus dem 1:1 der Bayern gegen Werder Bremen. Die Hertha verschenkte nach ihren Niederlagen in München und Leipzig auch gegen das dritte Topteam Punktgewinne und hängt im unteren Tabellendrittel fest.

"Ich denke, er ist das größte Talent der Welt. Er hat eine große Karriere vor sich", sagte Haaland über Moukoko und genoss beim Studium der TV-Bilder seine eigenen Tore in der Wiederholung. Der Norweger hat den BVB mit seinen Saisontoren Nummer sieben bis zehn wieder einmal gerettet. "Ihm zuzuschauen, mit seiner Dynamik, seinem Torriecher, ist sensationell. Er schießt sehr, sehr wichtige Tore", schwärmte Kollege Julian Brandt.

Trotz der Haaland-Gala gehörten Moukoko alle Blicke. Einen Tag nach seinem 16. Geburtstag musste der Angreifer zunächst auf der Ersatzbank Platz nehmen. "Geschenke gibt es nicht. Geburtstag war gestern", sagte Trainer Lucien Favre bei DAZN. Eingemummelt in einer schwarz-gelbe Wolldecke saß der Angreifer zwischen den anderen Ersatzspielern, bevor ihn Favre in der 85. Minute für Haaland dann doch auf den Rasen schickte und so zum jüngsten Spieler der Bundesliga-Historie machte.

Jugendliche Sitznachbarn hatte Moukoko zunächst gehabt. Jadon Sancho (20), Jude Bellingham (17) und Giovanni Reyna (18) mussten wegen der Favre-Taktik auch vorerst zuschauen. Mit einem kompakten Mittelfeld um Mahmoud Dahoud und Alex Witsel wollte der BVB-Coach den Berlinern im Zentrum begegnen. Neben Haaland stürmten Julian Brandt und Marco Reus. Das Konzept hatte einen Haken. Hertha hielt mit körperlicher Robustheit dagegen und deutete schon früh Gefahr bei schnellen Gegenstößen Gefahr an. Dodi Lukebakio (11.) zielte ein wenig zu hoch.

Haaland rackerte viel, wurde von Fernandez Alderete aber lange kontrolliert. Als sich der Norweger doch durchsetzte, bekam Hertha-Schlussmann Alexander Schwolow (17.) die Fäuste hoch.

Vergeblich streckte sich BVB-Schlussmann Roman Bürki, als Matheus Cunha aus gut 20 Metern nach einem weiteren schnellen Hertha-Angriff abzog. Der Brasilianer war zu schnell für Mats Hummels im Dortmunder Abwehrzentrum und erzielte sein fünftes Saisontor. Die Führung war verdient für die Berliner. In Gefahr geriet sie in der ersten Halbzeit nur noch, als Haaland (45.+2) kurz vor der Torlinie nicht energisch genug gegen Marvin Plattenhardt nachsetzte.

Nach dem Seitenwechel ging dann für die Berliner alles viel zu schnell. "Wir haben eigentlich gut ins Spiel reingefunden. In der zweiten Halbzeit sieht man die Dortmunder Qualität. Sie haben die Chancen eiskalt ausgenutzt", räumte Berlins Maximilian Mittelstädt ein. Zwei zielstrebige Angriffe, Haaland nutzte seine Räume eiskalt und Dortmund lag in Führung. Der BVB bestimmte nun klar das Geschehen. Am Sieg gab es nach dem dritten Haaland-Streich keine Zweifel mehr. Guerreiro erhöhte problemlos. Nach dem zwischenzeitlich 2:4 der Berliner durch einen fragwürdigen Foulelfmeter von Cunha (79.), schlug im Gegenzug noch einmal Haaland (79.) zu. Dann konnte Moukoko die Bundesliga-Bühne betreten.

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