Berlin (dpa) - Die deutschen Fußball-Spielerinnen bekommen für den WM-Titel 275.000 Euro weniger als die Männer. Nun hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) die unterschiedlichen WM-Prämienzahlungen verteidigt.

"Aktuell ist es so, dass mit der Frauen-Nationalmannschaft bei weitem nicht die Erlöse erzielt werden können, die im Männerfußball realisiert werden", sagte DFB-Interimspräsident Rainer Koch im ARD-Mittagsmagazin.

Man müsse mit den Frauen gemeinsam daran arbeiten, die Erlöse zu steigern, sagte Koch. "Man kann nur Gleiches gleich behandeln." Mehr Geld an die Frauen könne nicht gezahlt werden, denn: "Als gemeinnütziger Verband darf der DFB wirtschaftliche Geschäftsbetriebe mitunterhalten, diese Geschäftsbetriebe müssen selbst im Plus landen."

Frauen-Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg (51) sieht es ähnlich, sagte der "Bild": "Wir generieren nicht die Gelder, also können wir sie auch nicht in der gleichen Höhe fordern. Ungerecht sind Gehälter dort, wo Männer und Frauen sich auf der gleichen Ebene bewegen und die Arbeitsbedingungen gleich sind." DFB-Kapitänin Alexandra Popp (28) hält ebenfalls nichts von einer Neid-Diskussion: "Die FIFA hat die WM-Prämien jetzt verdoppelt. Vielleicht sollte man bei der Diskussion die Kirche im Dorf lassen." Die Wertschätzung für den Frauenfußball ist in den letzten Jahren gestiegen. Für den EM-Titel 1989 hatte es vom DFB ein Kaffee-Service gegeben.

Bei der Weltmeisterschaft in Frankreich erhalten die Nationalspielerinnen im Falle eines WM-Sieges eine Prämie in Höhe von je 75.000 Euro, die Männer hätten für den Gewinn des WM-Titels im letzten Jahr jeweils 350.000 Euro erhalten. Bei der Russland-WM gingen die Fußballer aber leer aus, weil Prämien erst ab dem Viertelfinal-Einzug ausgehandelt worden waren. Das Team von Männer-Bundestrainer Joachim Löw war aber schon in der Vorrunde ausgeschieden. Für den WM-Triumph 2014 in Brasilien hatte jeder DFB-Kicker 300.000 Euro erhalten.

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Bericht Mittagsmagazin/ARD