Potsdam (dpa) - Nationalspielerin Svenja Huth hält Frauen-Fußballabteilungen bei allen Bundesligisten der Männer für wichtig.

"Es hört sich doch vom Namen viel besser an, wenn es ein Derby zwischen Schalke und Dortmund gibt, als wenn Meppen gegen Sand spielt", sagte die 30-Jährige, die für den VfL Wolfsburg spielt, in einem Interview der "Märkischen Allgemeinen Zeitung". Huth steht seit Sommer 2019 beim VfL unter Vertrag, zuvor hatte sie für Turbine Potsdam und den damaligen 1. FFC Frankfurt gespielt.

Sie habe nichts gegen die anderen Clubs, aber die Lizenzvereine könnten ihren Frauenteams viel größere Möglichkeiten bieten, betonte Huth. "Was möglich ist, wenn es gewollt ist, sieht man in Bayern oder bei uns." Lizenzvereine sind Clubs, die eine erste Mannschaft in einer der beiden Bundesligen haben.

Die Münchnerinnen führen die Tabelle vor dem kommenden Spieltag mit fünf Punkten vor Meister und Pokalsieger Wolfsburg an, der an diesem Freitag auf Huths ehemaligen Verein aus Potsdam trifft.

Auch im internationalen Konkurrenzkampf sieht Huth bei Frauen-Abteilungen der Lizenzclubs einen Gewinn. "Wenn das passiert, dann ist die Bundesliga künftig auch wieder eine Top-Adresse für ausländische Spielerinnen", sagte sie. Denn gerade in England oder Spanien würde in dieser Hinsicht auch etwas entwickelt.

Früher habe es eine Handvoll Topclubs gegen. "Jetzt hat man eine viel größere Bandbreite an Vereinen, die sich mit den besten Spielerinnen spicken wollen", sagte Huths Mitspielerin Felicitas Rauch. Sie ergänzte aber auch, dass es den Rahmen nicht sprengen dürfe, "so wie bei den Männern, das sind teilweise so surreale Ablösesummen".

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