Berlin (dpa) - Spielerberater Volker Struth sieht die Clubs und nicht seine Branche als Hauptverantwortliche für die rasant gestiegenen Transfersummen im Profifußball.

"Damit haben wir nichts zu tun. Und auch der Spieler nicht. Das sind die Vereine untereinander", sagte der 54-Jährige in der neuesten Ausgabe des Podcasts "Einfach mal luppen" von Toni und Felix Kroos. Da habe sich eine Tendenz entwickelt, "die finde ich noch gefährlicher, als für einen Superstar 150 bis 200 Millionen auf den Tisch zu legen".

Megatransfers wie der des Brasilianers Neymar 2017 für 222 Millionen Euro vom FC Barcelona zu Paris Saint-Germain erwartet der Kölner "in den nächsten Jahren nicht mehr" - auch wegen der Folgen der Corona-Krise. Neymar sei ein "Ausnahmetransfer" gewesen.

Verwerflich finde er die Summe nicht. Man solle überlegen, wer das finanziert habe. "Das hat ein Investor von einem Club bezahlt, der sagt: Ich habe soviel Geld auf dem Konto, mir macht das Spaß, den Neymar da unten rumlaufen zu sehen", sagte Struth. "Er nimmt keinem das Geld weg."

Im Zuge der Diskussionen über die Auswüchse im Profifußball - verstärkt auch durch die Corona-Pandemie - waren auch die hohen Ablösesummen und die Rolle der Spielerberater ins Visier geraten. Struth gilt mit seiner Firma Sports Total als eines der Schwergewichte der Szene. Er hat neben Toni Kroos von Real Madrid und dessen Bruder Felix von Eintracht Braunschweig unter anderen auch Profis wie die Nationalspieler Marco Reus, Niklas Süle und Luca Waldschmidt sowie Trainer Julian Nagelsmann als Klienten.

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