Gelsenkirchen (dpa) - Das Warten auf die von Christian Heidel erwartete "Explosion" wird beim FC Schalke 04 zur Geduldsprobe. Vor dem Bundesligaduell mit Bayern München verpasste der Revierclub auch beim Champions-League-Auftakt den ersehnten Befreiungsschlag.

"Da fehlt momentan mal eine kleine Explosion. Wir hatten gedacht, dass sie gegen Porto schon da war, bevor es auf der anderen Seite noch mal explodiert ist", sagte Schalke-Sportvorstand Heidel nach dem 1:1 (0:0) gegen den FC Porto mit Bezug auf zwei strittige Elfmeterentscheidungen.

Das Remis bei seinem Trainerdebüt in der Königsklasse fühlte sich auch für Domenico Tedesco wie eine Niederlage an. "Wir sind enttäuscht über den Punkt", bilanzierte der 33 Jahre alte Coach, der eigentlich ein "Fußballfest" genießen wollte, dann aber mit dem Schiedsrichter haderte. Gleich zwei Strafstöße sprach der Spanier Jesus Gil Manzano am Dienstagabend dem portugiesischen Meister in der 13. und 75. Minute zu. "Den ersten kann man geben, da springt Naldo der Ball an die Hand. Aber wenn du den ersten Elfmeter gibst, darfst du den zweiten nicht geben", betonte Tedesco.

Schalkes Abwehrchef Naldo, der beide Elfmeter verursachte, sah es genauso. "Das war eine Schwalbe. Ich habe ihn nicht getroffen. Es tut mir leid für die Mannschaft", erklärte der Innenverteidiger, der Moussa Marega am Fuß allenfalls leicht berührte. "Davon fällt man nicht um. Das war ein bisschen Comedy", meinte Heidel.

Den von Alex Telles geschossenen Strafstoß konnte Schalkes Keeper Ralf Fährmann noch glänzend parieren und so einen frühen Rückstand verhindern. Beim zweiten Elfmeter von Otavio zum 1:1-Ausgleich war er machtlos. Das war umso ärgerlicher, weil der Revierclub nach Breel Embolos Führung (64.) auf der Siegerstraße schien. So aber blieb dem Vizemeister nach dem miesen Bundesligastart mit drei Niederlagen das ersehnte Erfolgserlebnis erneut verwehrt. "Das Gegentor auf eine solche Art und Weise zu bekommen, ist am Ende einfach nur enttäuschend", sagte Tedesco.

Gleichwohl sah der Coach "positive Signale", wertet die engagierte Leistung vor nur 45.775 Fans in der Arena als "weiteren Schritt" in die richtige Richtung. Das kann man als Trainer so sehen, allerdings übertrieb Fährmann bei seiner Analyse ein wenig: "Man hat unser Gesicht aus der vergangenen Saison gesehen. Das müssen wir auch in der Bundesliga zeigen, dann bin ich sehr guter Dinge, dass es bald wieder aufwärts geht."

Dass der Tabellen-17. ausgerechnet gegen das mit drei Siegen souverän in die Saison gestartete Starensemble aus München am Samstag (18.30 Uhr) die ersten Bundesligazähler holt, glaubt aber selbst Daueroptimist Fährmann nicht. Seine Aussage war verräterisch: "Mit dem FC Bayern haben wir ein richtiges Brett. Aber danach kommen die Spiele, in denen wir punkten müssen." Danach heißt: Am Dienstag muss Schalke nach Freiburg, es folgt das Heimspiel gegen Mainz.

Auch wenn mit Suat Serdar, Weston McKennie und Alessandro Schöpf gegen Porto kleine spielerische Fortschritte zu erkennen waren: Die Sorge, so schlecht zu starten wie vor zwei Jahren mit fünf Niederlagen unter Trainer Markus Weinzierl, kann auch Heidel nicht vertreiben: "Jetzt sagen die Ersten, jetzt kommen die Bayern. Ja, dann kommen sie eben. Es wird nicht so sein, dass wir am Samstag mit schlotternden Knien auf das Feld gehen."

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