Hamburg (dpa) - Die beiden Torhüter Sven Ulreich vom Hamburger SV und Robin Himmelmann vom FC St. Pauli machen sich angesichts der Corona-Pandemie große Sorgen um die Zukunft des Profifußballs in Deutschland.

"Ich frage mich, ob ich es als Spieler noch mal erleben werde, in vollen Stadien zu spielen", sagte Ulreich in einem Doppel-Interview der "Sport Bild" vor dem Hamburger Zweitliga-Derby am Freitagabend (18.30 Uhr/Sky). "Ich will nicht alles schwarzmalen – aber man weiß nicht, wie es weitergeht. Gibt es in absehbarer Zeit einen Impfstoff? Gibt es den nicht? Aber man darf die Kraft des Fußballs auch nicht unterschätzen. Der Sport verbindet."

St. Paulis Torwart Himmelmann befürchtet, dass vielen älteren Profis durch die Corona-Krise mittelfristig die Arbeitslosigkeit droht. "Ich habe im vergangenen Sommer durch Bekannte mitbekommen, dass es auf der Scoutingliste mancher Vereine fast nur noch ein Raster gibt: Spieler sollen unter 26 Jahre alt sein, um im Idealfall nach ein oder zwei Jahren verkauft zu werden", sagte der 31-Jährige. "Aufgrund der guten Nachwuchsarbeit in Deutschland werden außerdem immer mehr Talente auf den Markt geschwemmt. Das bedeutet: Je älter ein Spieler wird, umso schwieriger könnte es sein, einen Verein zu bekommen."

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