Frankfurt/Main (dpa/tmn) - Die Corona-Krise bringt Unternehmen in eine schwierige Lage. Viele werden Kredite aufnehmen müssen, um ihr Geschäft am Laufen zu halten. Eine These: Banken werben jetzt mit höheren Sparzinsen um neue Kundengelder, damit sie die Kredite vergeben können.

Sollten Sparer also tatsächlich zu den Gewinnern der Krise gehören?

Vermutlich eher nicht, glaubt Max Herbst von der unabhängigen FMH-Finanzberatung in Frankfurt am Main. "Bisher waren es nur einzelne Geldinstitute, die ihre Zinssätze angehoben haben", sagt Herbst. Für ein Festgeld mit 12 Monaten Laufzeit bekommen Sparer derzeit laut FMH im Durchschnitt 0,15 Prozent Zinsen (Stand: 07.04.). Anfang März waren es 0,13 Prozent. Bei einer Laufzeit von 2 Jahren, bekommen Sparer derzeit 0,19 Prozent Zinsen. Anfang März waren es 0,18 Prozent. "Eine Trendwende ist das noch nicht."

Die meisten Geldinstitute dürften nach Ansicht von Herbst kaum Probleme haben, eine steigende Kreditnachfrage zu bedienen. "Viele deutsche Banken schwimmen in Kundengeldern", sagt der Experte. "Das wird vermutlich noch eine Weile so bleiben." Wichtiger für die Sparzinsen sei die Frage, wie sich die Inflationsrate entwickeln werde. Das könne aber derzeit nur spekuliert werden.

FMH