Berlin (dpa) - Die am ersten Tag des Ryder Cups nahe Paris durch einen Golfball verletzte Zuschauerin wird nach eigenen Worten fast gänzlich ihre Sehkraft des rechten Auges verlieren und erwägt eine Klage gegen die Veranstalter des traditionsreichen Team-Wettbewerbs.

Dies bestätigte die 49-Jährige nach einem Krankenhauscheck der französischen Nachrichtenagentur AFP. "Der Scan bestätigte einen Bruch der rechten Augenhöhle und eine Explosion des Augapfels, der zwar von den Chirurgen genäht werden konnte, aber sie haben mir gesagt, dass ich auf diesem Auge die Sehkraft verloren habe", sagte Corine Remande der AFP in Lyon. Ihr Ehemann Raphaël ergänzte: "Im besten Fall, hat man ihr gesagt, könne sie Formen erkennen, wenn die Schwellung innerhalb eines Monats zurückgehe."

Am vergangenen Freitagvormittag hatte US-Open- und PGA-Champion Brooks Koepka die französische Zuschauerin beim Kontinentalvergleich zwischen Europa und den USA nach einem misslungenen Abschlag mit seinem Ball im Gesicht getroffen. Der US-Amerikaner war anschließend sofort zu Remande geeilt, um sich bei ihr zu entschuldigen.

"Balltreffer sind eine mögliche Gefahr für die Zuschauer, aber diese Art von Vorfall ist äußerst selten", schrieb der Veranstalter. Es habe Rufe gegeben, dass der Ball komme. "Wir sind sehr mitfühlend und werden alles tun, um die Zuschauerin zu unterstützen, soweit das unter sehr schwierigen Umständen möglich ist."

"Das lag ganz klar in der Verantwortung der Organisatoren", sagte Remande und prangerte an, dass sie nicht gewarnt worden sei, als der Ball in die Zuschauer ging. Sie wolle eine Beschwerde einreichen. "Ich möchte vor allem eine gute medizinische Versorgung, um das Risiko einer Infektion zu vermeiden", sagte Remande. Es ginge aber auch darum, "die Sicherheit auf Golfplätzen zu verbessern".

Das Team Europa hatte am Sonntag den 42. Ryder Cup mit 17,5:10,5 Punkten gewonnen und Titelverteidiger USA im Le Golf National bei Paris entthront.

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