Dessau-Roßlau (dpa) l Während Hamburg und Gummersbach die 2. Handball-Bundesliga klar dominieren, bilden die mitteldeutschen Teams aus Dresden, Dessau, Eisenach und Aue das Tabellenmittelfeld. Bevor es im Februar weitergeht, nehmen einige Spieler an der WM in Ägypten teil.

Dessau-Roßlauer HV:

Der bisherige Saisonverlauf des DRHV-Teams glich einer Berg- und Talfahrt. "Als Aufsteiger und Underdog konnten wir schnell positiv auf uns aufmerksam machen. Der Saisonstart war für uns ein voller Erfolg", erklärte Vereinsgeschäftsführer Sebastian Glock. Aus den ersten acht Spielen holte die Mannschaft von Trainer Uwe Jungandreas starke zwölf Punkte. Es folgte eine Durststrecke mit sechs sieglosen Partien in Serie. Der 39:26-Heimerfolg im letzten Spiel 2020 gegen Bietigheim glich einer Erlösung. Mit 15:15 Punkten stehen die Dessauer in der Tabelle an siebter Stelle. "Gerade das Spiel gegen Bietigheim macht Hoffnung, dass wir unser gemeinsames Saisonziel, nicht abzusteigen, realisieren werden. Jetzt gilt es weiterhin hart für den gemeinsamen Erfolg zu arbeiten, um dann ab Februar wieder mit viel Leidenschaft um die notwendigen Punkte zu kämpfen", betonte Glock. In Jakub Hrstka werden auch die Dessauer einen tschechischen Nationalspieler für die Handball-WM abstellen.

HC Elbflorenz Dresden:

Die Mannschaft von Trainer Rico Göde steht als Tabellensechster von den mitteldeutschen Clubs am besten da. Elf ihrer 16 Punkte holten die Dresdner in fremden Hallen. Damit ist der HC Elbflorenz neben Spitzenreiter HSV Hamburg das zweitbeste Auswärtsteam der Liga. "Wir haben speziell in der Abwehr ein paar Schritte nach vorn gemacht. Das positive Punktekonto ist sehr erfreulich", sagte Göde. Der 38-Jährige verweist wegen vieler Spielverlegungen aber auf das verzerrte Tabellenbild. Getrübt wird die Freude über das gute Abschneiden durch die schwere Knieverletzung von Nils Gugisch. Der Außenspieler hatte sich Ende Dezember im Heimspiel gegen Eisenach einen Riss des vorderen Kreuzbandes und des Außenmeniskus im linken Knie zugezogen und wird monatelang ausfallen. Während das Dresdner Team erst am 12. Januar wieder in das Training einsteigt, bereitet sich Marek Vanco mit der Nationalmannschaft Tschechiens derzeit auf die Weltmeisterschaft in Ägypten vor. Der Familienvater hatte aufgrund der Coronavirus-Pandemie zwischenzeitlich aber auch über eine Absage nachgedacht. "Diese Chance wird vielleicht nie wieder kommen, deshalb habe ich mich für die Teilnahme entschieden. Ich freue mich auf das Turnier, trotz aller Umstände", sagte Vanco der "Sächsischen Zeitung".

THSV Eisenach:

Mit 13:17 Punkten sind die Thüringer nach 15 Spielen Tabellenachter. "Angesichts unserer Verletzungsmisere können wir mit der Punkteausbeute zufrieden sein. Zwei bis drei Zähler mehr waren freilich möglich", meinte Trainer Markus Murfuni. Da mehrere Teams, die hinter den Eisenachern platziert sind, noch einige Nachholspiele zu bestreiten haben, will sich Murfuni von der Platzierung nicht täuschen lassen: "Unser Hauptfokus liegt darauf, nach Wiederbeginn rasch Punkte zu sammeln, um die Klasse zu sichern." In Torhüter Thomas Eichberger und Rückraumspieler Daniel Dicker werden zwei ThSV-Akteure mit der österreichischen Nationalmannschaft an der WM in Ägypten teilnehmen. Die Vorrundengegner heißen Frankreich, Norwegen und USA. "Um in die Hauptrunde aufzusteigen, braucht es einen starken dritten Platz, das ist unser erklärtes Ziel", sagte Dicker. "Die erste Partie gegen die USA wird wohl gleich unser wichtigstes Spiel. Das müssen wir gewinnen", ergänzte Eichberger.

EHV Aue:

Die Erzgebirger waren besonders stark von der Coronavirus-Pandemie betroffen und haben aufgrund einer fünfwöchigen Quarantäne-Pause von November bis Anfang Dezember bislang erst elf Spiele absolviert. Trainer Stephan Swat erkrankte so schwer an Covid-19, dass er derzeit immer noch auf der Intensivstation behandelt werden muss. "Sein Zustand ist stabil, die Werte verbessern sich allmählich", erklärte EHV-Manager Rüdiger Jurke. Swats Aufgabe hat übergangsweise der Isländer Runar Sigtryggsson übernommen. "Elf Punkte nach elf Spielen sind in Ordnung. Behalten wir den Schnitt bei, werden wir am Ende auch in der Liga bleiben", sagte Jurke. Dass die Auer vor der WM-Pause nur eins der letzten sechs Spiele gewannen, lag laut dem Manager vor allem am Substanzverlust: "Einige Spieler, die zwischendurch schwerer erkrankt waren und nach der Quarantäne fast durchgespielt haben, sind auf dem Zahnfleisch gekrochen. Die Pause wird uns guttun."