Magdeburg l Der Mannschaftsbus des TSV Hannover-Burgdorf ist ein echtes Versprechen. „Auf dem Weg zu Heldentaten“ steht dort groß lackiert. Doch tatsächlich waren „die Recken“, wie sich die Niedersachsen selbst nennen, in dieser Saison noch nie so weit entfernt von besagten Heldentaten wie an diesem Donnerstagabend in der Magdeburger Getec-Arena.

34:23 (16:12) gewann der SCM sein Heimspiel. Und die Gastgeber fanden dabei zu der Stärke zurück, die sie zuletzt bei der Niederlage bei den Füchsen Berlin hatten vermissen lassen: zu ihrem beeindruckenden und präzisen Tempospiel. Der starke SCM-Keeper Dario Quenstedt meinte nach der Partie: „Wir haben nach der Niederlage in Berlin die richtige Reaktion gezeigt. Dass wir so deutlich gewinnen, war jedoch nicht zu erwarten. Hannover hatte sich zuletzt trotz der vielen Ausfälle gut verkauft. Unser Tempospiel in Verbindung mit Abwehr und Torhüter waren der Schlüssel zum Erfolg.“

Überfallkommando

Es war ja ein wahres Überfallkommando, mit dem die Gastgeber schon früh die Weichen auf Sieg gestellt hatten. Nach drei Minuten führte der SCM bereits mit 4:0. Drei Tore aus der ersten und zweiten Welle hatten sie da geworfen. „Ich will ja nicht die Spannung aus der Übertragung nehmen. Aber das Ding hier ist gelaufen“, unkte Sky-Experte Stefan Kretzschmar in der Live-Übertragung.

Erste Hälfte

Mitte der ersten Halbzeit war die Mannschaft von Trainer Bennet Wiegert bereits auf sieben Tore enteilt. Auch, weil Christian O’Sullivan wie versprochen die Zähne zusammenbiss und in der Anfangsphase gleich drei Mal erfolgreich war. Der Kapitän musste ja zu Wochenbeginn wegen eines Pferdekusses mit dem Training aussetzen. Nicht zu vergessen auch Quenstedt, der erstmals in dieser Saison in der Anfangssieben zwischen die Pfosten durfte. Und dafür bedankte sich das SCM-Urgestein, das zum Saisonende nach Kiel wechselt, mit drei Paraden in Folge.

Auch Rechtsaußen Robert Weber durfte von Beginn an ran, ließ mit einem tollen Trickwurf zum 11:5 (14.) die Halle beben. Doch als beim Stand von 14:7 alles schon nach einer heftigen Klatsche für Hannover-Burgdorf aussah, besannen sich die Gäste zumindest kurzzeitig auf ihre Mission „Heldentaten“. Nach gut 20 Minuten verlor der SCM völlig den Faden. Hannover gelang ein Fünf-Tore-Lauf und war vier Minuten vor der Pause bis auf 14:12 wieder dran.

Trainer Bennet Wiegert versuchte es vergeblich mit einem siebten Feldspieler, konnte den Lauf aber schließlich mit einer Auszeit stoppen. Es war Michael Damgaard, der die Torflaute beendete und drei Minuten vor der Pause zum 15:12 traf. Mit 16:12 ging es letztlich in die Kabine.

Aus der kamen die Gastgeber mit neuem Schwung. Acht Minuten nach dem Seitenwechsel waren die SCM-Jungs schon wieder auf 22:15 enteilt und damit klar auf der Siegerstraße. So wie zu Beginn des Spiels lief bei den Magdeburgern endlich wieder das Tempospiel, sie brachten ihre Gegenstöße erfolgreich zu Ende. Insgesamt gelangen den Grün-Roten 18 Treffer durch Schnell-Angriffe.

Dem hatten die Gäste, die ohne Nationalspieler Kai Häfner antreten mussten, nichts mehr entgegenzusetzen. Fast unglaublich, dass die Recken zuletzt nur mit einem Tor in Flensburg und Berlin verloren hatten. Von solchen Heldentaten waren sie an der Elbe weit entfernt.

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