Köln l Wer kurz nach 18 Uhr am Samstagabend die Kölner Lanxess-Arena betreten hat, hätte wohl kaum für möglich gehalten, dass da gerade zwei Handbal-Nationen schlechthin bei einer Weltmeisterschaft gegeneinander spielten. Selbst der Hallensprecher fragte erstaunt nach: "Seid ihr noch da?" Frankreich bestritt nämlich die Partie gegen Spanien - und das Publikum, immerhin schon über 18.000 Zuschauer, war kaum zu hören. Dementsprechend ergriff Alexander Bommes vor dem ersten Hauptrundenspiel der deutschen Nationalmannschaft in Köln noch einmal die Initiative: "Nach Berlin steht ihr hier schon ein bisschen unter Druck", so der Sportschau-Moderator.

Und die Ansage zeigte Wirkung. Kaum standen die deutschen Handballer auf der Platte, schoss der Lautstärke-Pegel in die Höhe. Und die Zuschauer trieben die Deutschen gegen Island nach vorn - denn das Team von Bundestrainer Christian Prokop kam etwas schwerer in die Gänge als vielleicht manch einer vermutet hätte. Trotzdem gelang ihnen ein letztlich ungefährdeter 24:19 (14:10)-Sieg gegen die Mannschaft von Gudmundur Gudmundsson.

Das Prokop-Team kam gut in die Partie, führte nach sieben Minuten nach einem Treffer von Steffen Fäth mit 5:2. Doch nach zwei Zeitstrafen gegen Patrick Wiencek und Fabian Wiede innerhalb kürzester Zeit, kamen die Isländer wieder heran. Beim Stand von 5:5 (12.) war der Vorsprung des DHB-Teams dahin, beim 5:6 (13. Minute) durch Aron Palmarsson, dem Kapitän der Isländer, geriet man sogar in Rückstand. Prokop reagierte mit einer Auszeit.

Vier-Tore-Vorsprung zur Pause

In der Folge profitierten die Deutschen erneut von ihrer stabilen Abwehr. An Patrick Wiencek und dem etwas vorgezogen deckenden Jannik Kohlbacher kamen die Isländer - wenn überhaupt - nur mit großer Mühe vorbei. Beim 11:9 (25.) gelang erstmals wieder ein Zwei-Tore-Vorsprung, den Uwe Gensheimer und Steffen Fäth auf 13:9 ausbauten. Die Isländer konnte zwar noch einmal verkürzen (13:10/28.), doch Hendrik Pekeler besiegelte den 14:10-Halbzeitstand.

Und das DHB-Team wollte sich den Sieg nicht mehr aus der Hand nehmen lassen, überstand auch ein Aufbäumen der Isländer nach der Pause. Denn beim 16:14 (39.) waren jene wieder auf zwei Tore ran. Aber die Deutschen behielten die Ruhe, setzten sich zwischenzeitlich mit einem 3:0-Lauf auf 20:16 (46.) ab. Allein das Jannik Kohlbacher nach einem Zweikampf mit Gisli Kristjansson verletzt vom Feld musste, trübte in dieser Phase die Stimmung. Der Kreisläufer fasste sich sofort an seinen rechten Ellbogen. Doch knapp fünf Minuten später konnte er schon wieder eingewechselt werden.

Auch in dieser Hinsicht beruhigt, konnte das DHB-Team befreit auspielen. Und sicherte sich mit 24:19 den ersten Hauptrunden-Sieg. Gegen Kroatien (Montag) und Spanien (Mittwoch/jeweils 20.30 Uhr) geht es für Deutschland weiter.