Berlin (dpa) - Uwe Schwenker hat nach den sich coronabedingt anbahnenden Terminproblemen in der Handball-Bundesliga vor öffentlichen Vorwürfen gewarnt.

"Wir müssen die Diskussion versachlichen und vernünftige Lösungen finden", sagte der HBL-Präsident (61) der "Bild am Sonntag".

Durch einen Coronafall bei den Füchsen Berlin musste das Spiel der Hauptstädter gegen die SG Flensburg-Handewitt abgesagt werde. Es war der vierte Ausfall dieses Wochenendes. Insgesamt mussten coronabedingt schon 13 Partien verschoben werden. Berlin, Minden und Melsungen sind komplett in Quarantäne. "Wir wussten, dass die Nati-Reisen eine Gefahr sind. Auf der anderen Seite hat sich das Hygiene-Konzept der HBL bewährt, es ist belastungsfähig. Würden wir die Liga unterbrechen, würden wir dem Konzept eine Absage erteilen", sagte HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann (55) der Zeitung.

Nachdem die Nationalspieler Johannes Bitter (Stuttgart), Marian Michalczik (Berlin), Juri Knorr (Minden) und Finn Lemke (Melsungen) nach Auswahleinsätzen positiv auf das Coronavirus getestet wurden, wird auch die Diskussion um das XXL-WM-Turnier in Ägypten mit 32 Mannschaften vom 13. bis 30. Januar 2021 immer lauter.

Schwenker forderte vom Deutschen Handballbund (DHB), "die Spieler einzubeziehen. Wir können nicht über Köpfe hinweg entscheiden. Die Gesundheit ist das oberste Gut. Wir müssen raus aus der Maus-Perspektive, rein in die Vogel-Perspektive." Zwar weiß er um die Strahlkraft der WM. Aber: "Wir haben eine Fürsorgepflicht den Spielern gegenüber. Wir müssen das Thema diskutieren, es muss im November erneut auf den Plan kommen", sagte Schwenker.

Für den DHB ist laut Vorstand Mark Schober (47) eine WM-Absage "erstmal kein Thema". Bob Hanning (52), DHB-Vize und Füchse-Manager, ist überzeugt, dass die WM sicherer als jedes Europapokalspiel sei: "Die WM ist in einer Blase viel besser zu managen. Wir brauchen die Strahlkraft für die Liga."

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