Gardelegen l Frei nach dem Motto: „Lese ich dein Buch, kannst du meins lesen“ funktioniert es, das neue Bücherregal in Gardelegens Innenstadt. Es steht am Rand des Rathausplatzes. Etliche Romane, Krimis und Kinderbücher sind darin zu finden. Wer sich eines herausnimmt, darf es kostenlos mitnehmen, sollte aber – so ist es gedacht – möglichst auch selbst wieder eines hineinstellen, ins gut gefüllte Bücherregal.

Das steckt in einer schmucken, in den Farben der Stadt frisch lackierten einstigen Telefonzelle, die am Mittwochabend offiziell ihrer Bestimmung übergeben wurde. Neu ist die Idee nicht. In manchen Städten gibt es sie schon, diese offenen Bücherregale. Und auch in Gardelegen fand sie sich schon vor zwei Jahren im Maßnahmekatalog zur Belebung der Innenstadt wieder, den die Mitglieder der dafür ins Leben gerufenen Arbeitsgemeinschaft aufgestellt hatten. „Die Idee ist gereift und wir haben uns auf die Suche nach möglichen Paten gemacht“, erzählte Gabriela Winkelmann, Mitarbeiterin der Stadt im Bereich Öffentlichkeitsarbeit, am Mittwochabend.

Patensuche erfolgreich

Und die hat die Stadt nun in der Kaschade-Stifung Stendal und im Förderverein der Gardeleger Bibliothek gefunden. Mit einer finanziellen Spende der Stiftung in Höhe von 600 Euro, einem Zuschuss der Stadt sowie der Hilfe von örtlichen Handwerksbetrieben und der Erstausstattung durch den Verein und das Antiquariat konnte die Telefonzelle mit integriertem Bücherregal nun ihrer Bestimmung übergeben werden. „Jetzt ist ja auch gerade die Zeit, wo viel gelesen wird“, erinnerte Gabriela Winkelmann. Aber auch in der warmen Jahreszeit sei der Platz gut gewählt. „Denn wir haben hier Licht und Bänke.“ Geradezu ideal also, für lange Leseabende im Sommer.

Sie erhoffe sich aber zum Beispiel auch schöne Nebeneffekte, so Winkelmann: „Vielleicht liest ja jemand ein Buch aus dem Regal und kauft sich dann den Nachfolgeroman oder leiht ihn sich in der Bibliothek aus.“

Gute Nebeneffekte erhofft

Auch Jörn Projahn als Vorsitzender des Bibliotheksfördervereines freute sich über die neue Möglichkeit, Bücher auszuleihen. Er selbst habe in anderen Orten schon des Öfteren mit dieser Idee geliebäugelt, betonte er. Deshalb sei er froh, dass dies nun auch in Gardelegen möglich sei.

Und am Mittwochabend wurde das Angebot auch tatsächlich schon genutzt. Eine Passantin nahm spontan ein Buch mit: „Ich habe jetzt zwar selbst keins dabei, das liefere ich aber nach!“, versprach sie. Ein toller Start also für eine noch tollere Idee und wieder ein kleines Stück Service mehr, das Gardelegen nun zu bieten hat.