Halberstadt l Der Startschuss für eine besondere Spendenaktion ist am gestrigen Donnerstag in den Räumen der Halberstadt-Information am Holzmarkt gefallen. Per Knopfdruck hat Frank Aedtner, der Vorsitzende des Kuratoriums Stadtkultur, die Aktion auf einer Internetplattform gestartet. Ziel ist es, bis zu 7000 Euro für den Kauf der sogenannten Feuerskulptur zusammenzutragen.

Die eindrucksvolle Keramik, die die Domsilhouette mit der Glocke Domina darstellt, ist live auf dem Domplatz in den Abendstunden des 7. Juli von Keramiker Reinhard Keitel in einem Spezialofen bei über 1000 Grad gebrannt worden. Dieses besondere Spektakel, das der Höhepunkt von „Ton am Dom“ war, beschäftigt nach wie vor viele Halberstädter. Schon am Abend sagten viele Besucher, dass diese Skulptur unbedingt der Stadt erhalten bleiben müsse, berichtet Christiane Strohschneider, Chefin der Halberstadt Information. Auch in den Tagen danach blieb das Echo groß, per E-Mail oder am Telefon wünschen sich viele Halberstädter, dass die Stadt die Skulptur erwerben soll. Das Vorkaufsrecht hat Reinhard Keitel der Kommune bereits eingeräumt, ein Angebot, das die Kommune nicht ungenutzt verstreichen lassen will.

Allerdings erlaubt die angespannte Haushaltslage es der Stadt nicht, die Summe aus dem Etat zu finanzieren. Die Idee der Halberstädter, für den Erwerb der Skulptur zu spenden, wurde aufgegriffen und mit dem Kuratorium Stadtkultur ein Partner ins Boot geholt. Die Spendenaktion läuft zweigleisig. Zum einen ganz ­klassisch per ­Banküberweisung auf das Konto des Kuratoriums. Zum anderen, und das ist ein Novum in Halberstadt, setzen auf Crowdfunding – englisch für Schwarmfinanzierung. Auf einer Internetplattform, in diesem Fall heißt der Anbieter „Startnext“ wird das Projekt, vorgestellt. Wer das Vorhaben gut findet, kann sich mit einem finanziellen Beitrag beteiligen.

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Die Aktion läuft bis zum 31. August. Sind bis zu diesem Zeitpunkt 5 000 Euro zusammengekommen, wird die Skulptur gekauft. Falls der Betrag niedriger liegt, bekommen die Spender ihr Geld und Künstler Keitel sein Geld zurück. Falls gar 7 000 Euro oder mehr gespendet werden, kann die Skulptur sogar illuminiert werden. Dafür lassen sich Stadt und Kuratorium bis Jahresende Zeit.

Die Frage ist nur, wo sie denn überhaupt stehen wird. Das ist noch nicht geklärt, sagt Christiane Strohschneider. Gesucht wird ein Ort, der zwar öffentlich ist, aber dennoch sie vor Vandalismus schützt. So soll gewährleistet sein, dass im rahmen von Stadtführungen der Keramik-Dom besichtigt werden kann. Ein Vorschlag für den künftigen Standort: Der Hof des Städtischen Museums. Weitere Ideen werden noch gesucht.

Den Spendern winkt auch eine Belohnung: Wer fünf Euro spendet, bekommt ein Dankschreiben. Spender, die sich mit bis zu 200 Euro beteiligen, werden zur feierlichen Aufstellung der Skulptur eingeladen. Spender ab 200 Euro bekommen eine Stifterplakette am Fuß der Skulptur.

Die Organisatoren hoffen nun auf viele Spender. Eine, die dafür schon die Werbetrommel gerührt hat, ist Jeannette Schröder, die Internetbeauftragte der Stadt. Als Dame Halberstadt ist sie der Star eines kurzen Videoclips, in dem sie um Spenden wirbt. Zu sehen ab dem heutigen Sonnabend auf der Crowdfunding-Plattform.

Die Crowdfunding-Plattform ist zu erreichen über: https://startnext.com/feuerskulptur-halberstadt

Spenden gehen auf das Konto des Kuratoriums Stadtkultur, IBAN: DE32 8105 2000 0340 1258 37, Verwendungszweck Feuerskulptur 2018.