Moskau (dpa) - Der russische Filmregisseur Eldar Rjasanow ist im Alter von 88 Jahren gestorben. Der Künstler starb in der Nacht zum Montag an einer schweren Herzinsuffizienz, wie die Agentur Tass in Moskau unter Berufung auf Angehörige berichtete. Als Rjasanows berühmtestes Werk gilt die Komödie Ironie des Schicksals (1975).

Der Film mit Musikeinlagen ist auch eine Parodie auf den sowjetischen Wohnungsbau und wird vom russischen Fernsehen bis heute an Silvester oder Neujahr gezeigt. Kulturschaffende und Politiker bezeichneten Rjasanows Tod als großen Verlust. Seine Filme sind Klassiker, und Klassiker sterben nie, sagte Kulturminister Wladimir Medinski.

Wegen seines feinen Humors und seiner Bildsprache wurde Rjasanow oft mit US-Regisseur Billy Wilder (1906-2002) verglichen. Als Beispiel gilt der Film Bahnhof für zwei (1983), eine Mischung aus Komödie und Sozialkritik auf einem Bahnhof der sowjetischen Provinz. Andere bekannte Filme sind Karnevalsnacht (1956) und Liebe im Büro (1977).

Wir haben nicht nur eine Legende der Kinokunst verloren, eine ganze Epoche des heimischen Kinos geht zu Ende, sagte Minister Medinski. Auch Präsident Wladimir Putin übermittelte sein Beileid.

Der am 18. November 1927 in der Wolga-Stadt Samara geborene Rjasanow wollte ursprünglich Seemann werden. Für seine Filme erhielt er viele sowjetische und russische Auszeichnungen. Umfragen zufolge gilt er als einer der angesehensten Regisseure des Landes.

In den vergangenen Jahren war Rajsanow immer wieder in Krankenhäusern behandelt worden. Im November hatte sich seine Gesundheit deutlich verschlechtert. Seinen Plan, den Roman Der Meister und Margarita von Michail Bulgakow zu verfilmen, konnte er nicht mehr verwirklichen. Er wird an diesem Donnerstag auf dem Neujungfrauenfriedhof in Moskau beerdigt.

Meine Filme kamen mehrmals aus der Mode, später waren sie plötzlich wieder in, sagte Rjasanow einmal. Ich kann bloß sagen, dass ich nur Filme gedreht habe, die ich selbst als Zuschauer sehen wollte.