Berlin (dpa) - Mit "Schwein" zeigt der iranische Regisseur Mani Haghighi im Berlinale-Wettbewerb eine schrille Farce. Voller schwarzem Humor wird die Story eines egomanischen Regisseurs erzählt.

Dieser ärgert sich weniger darüber, dass er auf der schwarzen Liste steht und keine Filme mehr drehen darf, als darüber, dass ein Serienkiller viele Filmschaffende umbringt, nur ihn nicht, obwohl er sich doch für den wichtigsten des Landes hält. Wären nicht viele kluge Frauen um ihn, wäre er verloren.

Der Regisseur, Autor und Produzent Mani Haghighi, zum zweiten Mal in einem Wettbewerb um den Goldenen Bären vertreten, erzählte in Berlin, warum er sich entschieden hat, eine Farce zu drehen: "Ich drehe keine Filme, um irgendetwas zu erklären. Film heißt für mich, Bilder zu finden, die nicht für Ideen stehen, sondern eine Geschichte erzählen wollen. Hier erzähle ich eine über einen Mann, der Panik hat, Panik über sein Milieu und die Rolle, die er in diesem Milieu spielt. Da hat sich die Komik aufgedrängt."

Entgegen Gerüchten auf der Berlinale, der Film dürfe im Iran nicht gezeigt werden, erklärte Haghighi: "Wir haben bereits eine Aufführungsgenehmigung für den Iran. Der Film soll in einem Monat in den Kinos starten und das ohne jeden Schnitt, genau so, wie hier gezeigt."

Der Film ergänzt die nun schon lange Reihe von diesjährigen Berlinale-Wettbewerbsbeiträgen mit starken Frauen im Zentrum. Dazu sagte Haghighi: "Im iranischen Kino sind die starken Frauen oft nicht präsent. Aber es gibt viele starke Frauen im Iran. Wir zeigen sie."

Mani Haghighi reagierte heftig, als er gefragt wurde, was er davon hält, auf der Berlinale unentwegt mit politischen Fragen konfrontiert zu werden: "Ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie nervig das ist. Wir sind die ganze Zeit mit politischen Fragen konfrontiert. Wir wollen über unseren Film reden. Ja, es gibt Zensur im Iran. Ja, es ist schwierig, damit umzugehen. Aber wir gehen damit um. Es ist ermüdend, immer in die Opferrolle gedrängt zu werden."

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