Karritz l Das Kirchspiel Karritz-Neuendorf wird mit dem Kirchspiel Berkau-Wartenberg fusionieren. Der Kreiskirchenrat und der Gemeindekirchenrat des Kirchspiels Berkau-Wartenberg haben diese Zusammenführung beschlossen, wie Michael Schuft, für das Kirchspiel Karritz-Neuendorf der zuständige Pfarrer, auf Volksstimme-Anfrage mitteilt. Hintergrund ist, dass bei der Wahl des Gemeindekirchenrates im Oktober vergangenen Jahres kein Gremium zusammengekommen war. Es hatte an Kandidaten gemangelt. Genauer gesagt: Es hatten sich Kandidaten in Neuendorf, nicht aber in Karritz gefunden. Somit hatte auch für das Kirchspiel kein Gemeindekirchenrat gebildet werden können. Bislang waren für dieses aus beiden Orten je vier Kandidaten gestellt worden.

Mit der Zusammenführung „wird die Fremdverwaltung des Kirchspiels Karritz-Neuendorf beendet und die im letzten Jahr gewählten Gemeindekirchenratsmitglieder in Neuendorf am Damm können mit Datum des Zusammenschlusses der Kirchspiele wieder ihr Amt wahrnehmen“, erläutert Schuft. Einen konkreten Termin gebe es derzeit noch nicht. Aber nicht nur die Fremdverwaltung – ohne Gemeindekirchenrat kümmert sich der Superintendent um die Kirchenbelange, was aber keine Dauerlösung sein kann – ist vom Tisch. Es geht auch mit dem Friedhof in Karritz weiter. Längere Zeit hatte sich im Ort niemand gefunden, der auf dem Friedhof und in der Kirche nach dem Rechten sieht. Das soll sich nun ändern. „Die Situation in Karritz hat sich einigermaßen entspannt. Es haben sich nun zwei Personen gefunden, die sich in Karritz um Friedhof und Kirche kümmern wollen“, so Schuft. Und daraus resultiert: „Eine Friedhofsschließung kann so abgewendet werden.“

Kirchspiele fusionieren

Ohne Gemeindekirchenrat konnten genau genommen keine Grabstellen vergeben werden. Zwar kümmerte sich Pfarrer Schuft während der Vakanz des Rates um diesen Part, doch war er beispielsweise im Urlaub, konnte eine Grabstelle nicht zugeteilt werden. Wenn sich auf Dauer keine Verantwortlichen für den Karritzer Friedhof gefunden hätte, hätte er geschlossen werden müssen. Darauf hatte auch Michael Kleemann, Superintendent des Kirchenkreises Stendal, zu dem das Kirchspiel gehört, während eines Ortstermins im September hingewiesen. 17 Interessierte waren damals gekommen, um eine Lösung für die Kirchgemeinde zu finden. Kleemann hatte erläutert, dass bei einer Schließung bestehende Grabstellen je nach Liegezeit Bestandsschutz hätten. Allerdings seien dann dort keine neuen Bestattungen mehr möglich. Nach einem Sterbefall hätten sich Angehörige an die Kommune, also die Einheitsgemeinde Kalbe, wenden müssen, die einen kommunalen Friedhof vorhalte und dort Grabstellen zuweise. Mit der Fusion der Kirchspiele sei dies aber nun vom Tisch, so Schuft.