Magdeburg l Der Staßfurter Tobias Wilke hat ein komplettes Musical selbst getextet, die Musik geschrieben und als Dirigent die Instrumentalisten und Sänger angeleitet. Herausgekommen ist dabei das orchestrale Werk „Elion“ mit mehr als 70 Mitwirkenden, das in Schönebeck und Staßfurt aufgeführt wurde.

Sechsmal begeisterte das anderthalbstündige Stück um Elion, einen jungen Mann in Irland zur Zeit der Kelten, der in seiner Kindheit seinen Vater verloren hat. Als Elion erwachsen wird, will er nach seinen Wurzeln suchen und macht sich auf die Suche nach den Spuren seines Vaters. Es ist der Beginn von Abenteuern.

Am Montagabend standen die Musical-Enthusiasten ganz oben auf dem Siegertreppchen des zum 19. Mal ausgeschriebenen Jugend-Kultur-Preises des Landes Sachsen-Anhalt. „Elion“ erhielt unter viel Beifall im bis auf den letzten Platz besetzten Magdeburger Schauspielhaus den mit 2500 Euro dotierten ersten Preis.

123 Beiträge mit 2300 Teilnehmern

Tobias Wilke hat für das aufwändige Projekt den Schulchor des Staßfurter Dr.-Frank-Gymnasiums unter der Leitung von Bettina Eisenächer sowie das Streichorchester „Saitenspiel“ der Musikschule des Salzlandkreises „Béla Bartók“ Schönebeck unter der Leitung von Susanne Visontay und Chavdar Kunchev zusammengeführt. Darüber hinaus hat der Staßfurter eine Band aus einzelnen Kreismusikschülern zusammengestellt. Wer eine Probe besucht, erkennt schnell, dass Tobias Wilke diese Gruppe mit seinen 18 Lenzen wie ein alter Hase dirigiert.

Inzwischen proben die Instrumentalisten und Sänger an neuen Stücken.

Es habe noch nie so viele Musical-Einreichungen gegeben wie in diesem Jahr, sagte Juryvorsitzende Sabine Oeft. Doch nicht nur die Quantität, auch die Musical-Qualität sei auffallend stark gewesen.

Die Quantität lobte auch Kultusminister Stephan Dorgerloh. 123 Beiträge wurden eingereicht und von der mehrköpfigen Jury bewertet. Das war Rekord wie auch die mehr als 2300 Teilnehmer des Wettbewerbs. Dorgerloh sprach von einer sensationellen Beteiligung und äußerst ambitionierten Beiträgen. Es sei sichtbar geworden, dass Kinder und Jugendliche auch wichtige gesellschaftspolitische Themen aufgreifen und ihre Sichtweise in künstlerischen Formen präsentieren, ihre Bilder sehr individuell zum Sprechen bringen.

Interpretation des Themas "Wachsen"

„Wachsen“ lautete das Thema, das sehr verschieden gedeutet und interpretiert wurde. Oeft sprach von der Vielfalt der eingereichten Beiträge, die von Musik über Literatur, filmische Beiträge bis hin zu Fotografie, Theater und Bildender Kunst reichten. „Es gab viele Projekte, die sich dem Erinnern und Ankommen widmen und die mutig in die Zukunft blicken. Ihr seid über euch hinausgewachsen“, so Steffen Jany zum jungen Publikum. Jany stand an der Seite von Oeft der Jury mit vor. Beide bezeichneten den Wettbewerb als „unglaublich starken Impulsgeber“. Sabine Oeft: „Bei uns in Sachsen-Anhalt wird er zum 19. Mal ausgetragen. Das ist mit Blick auf andere Bundesländer wirklich etwas Besonderes.“

Neben dem ersten, zweiten und dritten Preis wurden gestern auch zwei Förderpreise sowie zehn Anerkennungspreise vergeben.

Seit 1997 wird der Jugend-Kultur-Preis vom Kultusministerium verliehen. Organisiert und koordiniert wird der Wettbewerb durch die Landesvereinigung kulturelle Kinder- und Jugendbildung Sachsen-Anhalt. Teilnehmen dürfen junge Leute bis zum 27. Lebensjahr. Für das nächste Jahr kündigte Dorgerloh bereits das Motto an: „Unterwegssein“.