Zeitz (dpa) l Archäologen haben auf dem Gelände des ehemaligen Klosters Posa bei Zeitz (Burgenlandkreis) drei Gräber entdeckt. "Ein Grab liegt direkt im Spannfundament zwischen Haupt- und Nebenapsis, das ist schon etwas Besonderes", sagte Archäologe Holger Rode der Deutschen Presse-Agentur. "Um den Toten lagen Steine und das Grab war sicher mit einer Steinplatte bedeckt. Über dem Grab spannte sich ein Bogen." Möglicherweise war der Bogen mit einer Heiligenfigur bemalt und es stand eine Heiligenfigur darauf. "Ein herausragender Platz für ein Grab. So etwas war bislang nicht bekannt", sagte Rode.

Das sogenannte Spannfundament verbindet die einzelnen Pfeiler des Kirchenbaus und sollte zusätzlich für die notwendige statische Sicherheit sorgen. Die Klosterbauten des zwölften Jahrhunderts haben den Angaben Rodes zufolge alle diese Spannfundamente. "Allerdings sind Spannfundamente unnötig, das müssen die Menschen damals wohl schon gewusst haben, denn in den Bauten der späteren Jahre fehlen sie", sagte er.

Die Toten stammen vermutlich aus dem 13. oder 14. Jahrhundert. "Die Gräber wurden gestört, es fehlen die Schädel", berichtete Rode. "Mit Sicherheit waren das höher gestellte Persönlichkeiten, vielleicht die Äbte des Kloster, da sie inmitten der Kirche, in Leinentücher gewickelt und auf einem Holzbrett, beerdigt wurden." Bei einer Bestattung lag unter dem Schädel ein Ziegelstein, damit der Kopf eine etwas erhöhte Position hatte.

Rätsel gibt immer noch die freigelegte Bodenplatte aus zusammengefügten Sandsteinen auf. Bislang kamen etwa 120 Quadratmeter zu Tage. "Wir haben bisher keine Außenkante und überhaupt keine Struktur, wie das ausgesehen haben könnte", sagte der Archäologe. Das massive Bauwerk passt in die Zeit Ottos I. (912-973).

Das Benediktiner-Kloster Posa wurde nach Rodes Angaben im Jahr 1114 errichtet, 1573 wurde es als Folge der Reformation aufgelöst. Die Kirche wurde abgetragen und die Steine ab 1657 als Baumaterial für das Schloss Zeitz verwendet.