Musikfestival in Leipzig eröffnet Bachfest "nach italienischem Gusto"
Leipzig (dpa). Mit ersten umjubelten Konzerten ist das Bachfest 2011 unter dem Motto "nach italienischem Gusto" in Leipzig gestartet. Ein ausverkauftes Konzert in der Thomaskirche leitete am Freitagabend die zehntägige Veranstaltungsreihe zu Ehren des Komponisten Johann Sebastian Bach ein. Sie läuft bis zum 19. Juni und geht den italienischen Einflüssen auf das Schaffen des Barock-Komponisten nach. Mit den Worten "...nach italienischem Gusto" unterschrieb Bach einst ein Klavierkonzert. Bei 110 Veranstaltungen werden 470 Werke verschiedener musikalischer Genres aufgeführt.
"Bei der Auswahl der Stücke ging es uns nicht nur um Italien und Bach, sondern auch um Italien vor und nach Bach", sagte Elmar Weingarten, Mitglied des Künstlerischen Direktoriums. Komponisten wie Palestrina oder Antonio Vivaldi hätten den Komponisten nachweislich inspiriert. Viele der Bachfest-Künstler kämen in diesem Jahr zudem aus Italien, etwa Giovanni Antonio oder das Venice Baroque Orchestra.
Die österreichische Lautenistin Christina Pluhar und ihr Ensemble L‘Arpeggiata lösten am Samstag große Begeisterung aus. Das international besetzte Ensemble bot in der Michaeliskirche ein Programm mit Werken italienischer Renaissance- und Barockmeister, bezog aber auch den Geigenvirtuosen Heinrich Ignaz Franz von Biber und den Namensgeber des Festivals ein. Die spanische Sopranistin Nuria Rial interpretierte auch zwei geistliche Lieder von Johann Sebastian Bach.
Am Ende des einstündigen Konzerts, das Instrumentalstücke mit Vokalwerken von Tarquinio Merula, Ignazio Donati, Benedetto Ferrari, Giovanni Legrenzi oder Claudio Monteverdi kombinierte, kannte der Jubel in der restlos ausverkauften Kirche keine Grenzen. Immer wieder mussten die Musiker vor dem Altar erscheinen. Christina Pluhar und ihre Musiker zählen seit langem zu den Top-Stars der Alten Musik in Europa. Bei den Musikfestspielen Potsdam Sanssouci präsentiert "L‘Arpeggiata" ab 19. Juni die erste italienische Oper auf deutschem Boden – "Il Paride" von Giovanni Andrea Bontempi.
Zu den Highlights des Bach-Festivals gehört die erstmalige Wiederaufführung der lange verschollen geglaubten Oper "Zanaida" von Johann Christian Bach.