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Brechtfestival thematisiert Suche des Dichters

Brecht musste zu Lebzeiten viele Anfeindungen in seiner Heimat ertragen. Seine Geburtsstadt will nun bei einem Festival die Suche des Dichters nach seinem Platz im Nachkriegsdeutschland zeigen.

14.01.2016, 13:31

Augsburg (dpa) - Das Brechtfestival in Augsburg, der Geburtsstadt des Dichters, beleuchtet in diesem Jahr das Verhältnis von Bertolt Brecht zum Deutschland der Nachkriegszeit.

Das Festival mit Theateraufführungen, Diskussionen und Konzerten findet vom 28. Februar bis zum 6. März statt und beschäftigt sich mit Brechts Rückkehr nach dem Exil während der Nazi-Diktatur. Er hat sich die Frage gestellt: Welches Deutschland ist das richtige?, sagte der Festivalchef Joachim Lang am Donnerstag bei der Vorstellung des Programms.

Brecht sei daher nach dem Krieg zunächst in der Schweiz auf einen Beobachtungsposten gegangen, um sich auf die Arbeit in Ost-Berlin am Theater vorzubereiten. Lang betonte, dass Brecht in den Jahren danach sowohl in der DDR als auch in der Bundesrepublik Probleme gehabt habe. Letztlich sei Brecht bis zu seinem Tod 1956 in beiden Staaten unbequem gewesen.

Zum Auftakt des Festivals wird das Berliner Ensemble die Brecht-Revue Es wechseln die Zeiten ... aufführen. Zum Finale des Festivals wollen dann die Schauspieler Thomas Thieme, Meret Becker und Dominique Horwitz, die zum wiederholten Mal in Augsburg mitwirken, einen Nachruf auf Brecht halten, ehe das Deutsche Nationaltheater Weimar mit Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui das Fest beendet.

Das Musikprogramm gestalten neben anderen die Band Element of Crime (3.3.) und die Schweizer Sängerin Sophie Hunger (4.3.).

Bereits im Vorfeld des Festivals wird die Dichterin Silke Scheuermann den mit 15 000 Euro dotierten Brecht-Literaturpreis der Stadt Augsburg erhalten (26.2.). Frühere Preisträger waren die Autoren Franz Xaver Kroetz und Robert Gernhardt.

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