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Fußball-Bundesliga Bayern zwischen Traumstart und Transfertrubel

Die Münchner setzen ihre Siegesserie fort. Wenn's auf dem Transfermarkt doch auch nur so glattgehen würde. Der Causa Woltemade folgt die Jackson-Saga. Ein spannender Endspurt steht an.

Von Christoph Lother und Niklas Graeber, dpa Aktualisiert: 31.08.2025, 13:33
Ist auf dem Transfermarkt gefordert: Bayern-Sportvorstand Max Eberl.
Ist auf dem Transfermarkt gefordert: Bayern-Sportvorstand Max Eberl. Harry Langer/dpa

Augsburg - Vor der nächsten Wende in der erstaunlichen Wechsel-Saga um Nicolas Jackson war Max Eberl noch um Gelassenheit bemüht. Es sei nun oberste Priorität, „Ruhe zu bewahren, klare Gedanken zu haben und nicht wild zu werden“, meinte er. Den hitzigen Transfersommer, in dem der FC Bayern schon einige Schlappen einstecken musste, will der Sportvorstand ohne Panik mit einem Erfolgserlebnis zu Ende bringen. Der Traumstart des Teams trotz einiger Wackler nimmt etwas Druck weg - doch die Herausforderung ist weiter groß. 

„Vier Pflichtspiele, vier Siege!“ Das war aus seiner Sicht die Kernbotschaft, die Eberl nach dem 3:2 (2:0)-Sieg beim FC Augsburg direkt verkündete. Dass sich in der Folge fast alles um die weiteren Transferaktivitäten des deutschen Rekordmeisters bis zur Deadline an diesem Montagabend drehen würde, war dem 51-Jährigen natürlich klar. Nach der um Nick Woltemade steht eine neue Saga im Fokus: die um Nicolas Jackson.

Eine Jackson-Wende nach der anderen

Auch der Wechselpoker um den Offensivmann des FC Chelsea steckt voller Wendungen. Am Samstagabend schien die Leihe, die den Bayern-Bossen vorschwebt, so gut wie geplatzt. Am Sonntag gab's erneut Bewegung: Die Londoner würden doch wieder erwägen, Jackson abzugeben, berichtete „The Athletic“. Die Blues würden den 24-Jährigen allerdings nur verkaufen, hieß es. Ein von den Bayern geplantes Leihgeschäft sei dagegen ausgeschlossen.

Laut Sky weilte Jackson zu dieser Zeit weiter in München. Am Samstag war er dort für Medizincheck und Vertragsunterschrift angekommen, ehe ihn Chelsea wegen der Verletzung von Teamkollege Liam Delap wieder zurückbeordern wollte. Finden sie einen neuen Stürmer, lassen die Londoner den Senegalesen nun womöglich doch ziehen. Der Spieler selbst will offenbar zu den Bayern.

Nächster Korb nach Wirtz und Woltemade?

Ihre Wunschspieler Florian Wirtz (FC Liverpool) und Woltemade (Newcastle United), die für astronomische Summen nach England gewechselt sind, haben die Bayern nicht bekommen. Jetzt auch noch das Theater um Jackson. Und die Zeit drängt. Zumindest Eberls Telefon bleibt da bestimmt nicht ruhig. In „Aktionismus“ will der Kaderplaner nicht verfallen. Dass er auch andere Optionen prüfen muss, versteht sich aber von selbst.

Was Eberl beim lange Zeit souveränen, am Ende aber doch wieder ziemlich mühsamen Sieg in Augsburg nicht verborgen geblieben ist: Die Bayern-Offensive braucht Verstärkung, um die Belastungen aus Liga, Pokal, Champions League und für viele der Profis auch Länderspiele dauerhaft wegzustecken.

Chancenverwertung ist ein Problem

„Wenn wir die Torchancen besser nutzen würden, wäre das Spiel wahrscheinlich schon eher zu gewesen“, sagte der Sportvorstand, nachdem die Münchner - wie schon beim 3:2 im DFB-Pokal bei Drittligist Wehen Wiesbaden - eine klare Führung fast noch aus der Hand gegeben hatten. 

Wegen der dünnen Personaldecke im vorderen Bereich könne man nicht groß wechseln, kaum neue Impulse bringen, so Eberl. Das könne zu Müdigkeit und in wichtigen Momenten zu falschen Entscheidungen führen. Das wolle man gern „beheben“. Im Idealfall mit einem neuen Mann - aber bitte nur per Leihe.

Kompany zuversichtlich: „Kriegen es hin“

Trainer Vincent Kompany, der von all den Transfer-Themen in Augsburg laut eigener Aussage nichts hören wollte, verwies noch einmal darauf, dass seine Mannschaft infolge der Club-WM ohne richtige Vorbereitung in die neue Saison gegangen ist. „Es ist nicht perfekt“, kommentierte er die bisherigen Auftritte der Münchner, die lediglich beim furiosen 6:0 gegen RB Leipzig zum Liga-Start durchgehend überzeugen konnten. „Aber wir kriegen es hin.“

Auch Torhüter Manuel Neuer befand es als positiv, wie viele Chancen sich seine Teamkollegen erspielen. Neun Tore aus zwei Liga-Spielen, das sei „jetzt nicht so schlecht“. Nur: Nicht schlecht war für die Bayern bisher selten gut genug.