Berlin (dpa) l Micky Maus kennt wohl jeder. Von einer Figur in einem kurzen Zeichentrickfilm hat es der kleine Mäuserich zur Symbolfigur eines Weltkonzerns geschafft und ist zugleich zum Liebling von Millionen von Kindern geworden. Sein Name: Micky Maus. Ein opulenter Bildband zeigt die Entwicklung der Figur in vielen Details.

Alles begann mit "Steamboat Willie", einem nicht einmal acht Minuten langen Zeichentrickfilm aus dem Jahr 1928. Bemerkenswert ist das Filmchen aus zwei Gründen. Zum einen, weil es der erste durchgehend vertonte Zeichentrickfilm war, und zum anderen, weil im Mittelpunkt der Slapstick-Handlung eine freche kleine Maus stand, die schon bald Karriere machen sollte. Die Hauptfigur trägt zwar noch nicht die Handschuhe, die mittlerweile zu ihrem ständigen Erscheinungsbild gehören, aber sie ist schon eindeutig zu erkennen als Micky Maus, wichtigstes Produkt und Aushängeschild von Walt Disney und seinem Unterhaltungskonzern.

Aufstieg zum Weltstar

Niemand konnte im Jahr 1928 ahnen, dass aus der kleinen Zeichentrickmaus, die ursprünglich Mortimer heißen sollte, eine weltweit bekannte Figur und das Symbol eines internationalen Medienkonzerns sein würde. Wie sich diese sensationelle Erfolgsgeschichte entwickelte, lässt sich in einem großformatigen, opulent bebilderten Buch nachvollziehen.

"Walt Disneys Mickey Mouse: Die ultimative Chronik" nennt Herausgeber Daniel Kothenschulte das 500 Seiten dicke, im großen DIN-A3-Format gehaltene Buch. Von den 20er Jahren, in denen Walt Disney die kleine Maus der Welt präsentierte, bis in die Gegenwart zeigt Kothenschulte die Entwicklung der Figur Micky und ihrer Welt, zu der auch Minnie Maus, Donald Duck, Pluto, Goofy und einige weitere Figuren gehören.

Goldenes Zeitalter der Comics

Die historische Betrachtung der Figur Micky Maus beginnt im "Goldenen Zeitalter" der 20er und 30er Jahre, als Micky und seine Welt in immer neuen Kurzfilmen ein Millionenpublikum erreichte. Es dauerte nicht lange, und die gezeichneten Comic Strips fanden in Zeitungen und eigenen Heften Freunde weit über die USA hinaus.

Bob Iger, der Vorstandsvorsitzende des Disney-Konzerns, fasst das Geheimnis von Mickeys Erfolg prägnant zusammen: "Seit seinem Erscheinen war der kleine Bursche mit der übergroßen Persönlichkeit und dem Kopf voller Flausen stets ein Symbol für erbaulichen Spaß, Optimismus und eine positive Lebenseinstellung."

Micky als Zauberlehrling

Höhepunkt und Abschluss des "Goldenen Zeitalters" für Micky Maus war sein Debüt in dem abendfüllenden Spielfilm "Fantasia" 1940. Hier taucht Micky als Zauberlehrling auf, der die unendlichen Möglichkeiten des Zeichentricks einem größeren Publikum präsentierte, das sich ansonsten nicht für Comichefte oder Kurzfilme interessierte.

Kothenschulte präsentiert diese Entwicklungen, die bis in die Gegenwart mit immer aktuellen Neuerungen aufwartet, detailreich und mit zahlreichen großformatigen Abbildungen. Besonders aufschlussreich sind die vielen Skizzen und Entwürfe, die die Entwicklung der Figuren in großer Genauigkeit zeigen. Hier präsentiert das Buch den kreativen Prozess der Walt Disney Studios in aufschlussreicher Tiefe.

Micky Maus bekannter als Filmstar

Wie wichtig die Figur Micky Maus in der westlichen Kultur ist, verdeutlicht Kothenschulte eindrücklich: "Kein Filmstar und kaum ein anderes Kulturprodukt der Moderne ist im kollektiven Bewusstsein derart verankert."

Seine Chronik liefert einen Überblick über diese Entwicklung über 90 Jahre hinweg und beeindruckt mit Detailtiefe und spektakulären Bildern. Für Disney- und Mickey-Maus-Fans ist Kothenschultes Chronik ein großer Schatz, und auch für viele andere Interessierte an populärer Kultur ist das opulente Buch eine Bereicherung.