Debatte um politisch korrekte Sprache in Kinderbüchern / Einblicke über Änderungen in Preußler-Buch Die "Kleine Hexe" mit "Messerwerfer" statt "Negerlein"
Berlin (dpa) l Die "Kleine Hexe" von Otfried Preußler hat es künftig nicht mehr mit "Negerlein" oder "Türken" zu tun, sondern stattdessen mit "Messerwerfern" und "Cowboys". Das berichtet die Tageszeitung "Die Welt" über die Ersatzfiguren für die heute als diskriminierend geltenden Begriffe wie "Negerlein".
Die Änderungen sind für die am 15. Juli erscheinende Neuausgabe des Kinderbuchklassikers angekündigt. Die Vorschläge stammten teilweise noch von dem im Februar verstorbenen Preußler, schreibt das Blatt unter Hinweis auf die ihm vorliegende Neufassung des entsprechenden Kapitels.
Verleger Klaus Willberg vom Stuttgarter Thienemann-Verlag hatte mit den angekündigten Veränderungen bereits vor Monaten eine heftige Debatte ausgelöst. In dem umstrittenen "Hexe"-Kapitel "Wollen wir wetten?" über eine Faschingsfeier im Wald sind laut "Welt" aus den "Eskimofrauen" der ursprünglichen Fassung nun "Indianerinnen" geworden. Der "Hottentottenhäuptling" habe sich zum "Seeräuber" gewandelt. Auch die "Türken mit roten Mützen und weiten Pluderhosen" seien aus dem Text von 1957 verschwunden.
Die Kinder von heute stellten sich unter Türken vielleicht Erkan Stefan vor, nicht aber Morgenländer mit Fes, sagte Preußler-Tochter Susanne Preußler-Bitsch dazu der "Welt".
Der am 18. Februar verstorbene Preußler hat mehr als 30 Kinder- und Jugendbücher geschrieben, darunter "Der kleine Wassermann", "Der Räuber Hotzenplotz" und "Krabat". Seine Werke haben weltweit eine Gesamtauflage von rund 50 Millionen Exemplaren erreicht, sie sind in mehr als 50 Sprachen erschienen.