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Die Promi-Geburtstage vom 09. November 2015: Bille August

08.11.2015, 23:01

Berlin (dpa) - Seit den 80er Jahren im Filmbusiness aktiv, zeigt der dänische Regisseur Bille August bis heute keine Ermüdungserscheinungen. Laut Filmdatenbank Imdb.com bereitet er gegenwärtig zumindest einige neue Kinodramen vor. Heute wird er 67.

Nach Nachtzug nach Lissabon (2013) von Pascal Mercier mit dem britischen Star Jeremy Irons in der Hauptrolle zeigte der umtriebige Oscar-Preisträger im vergangenen Jahr das Familiendrama Stille hjerte (Silent Heart) über eine sterbenskranke Mutter, die ihrem Leben ein Ende setzen will. August hat die Rolle mit Ghita Nørby besetzt, die auch in Die besten Absichten (1992) eine Mutter spielte.

Literaturverfilmungen sind das Markenzeichen des gelernten Fotografen und Kameramanns, der 1971 an der Dänischen Filmhochschule seinen Abschluss machte. In seinen Werken erforscht August Themen wie Familie, Beziehungen und das Schicksal von Frauen. So auch 2012 in dem Streifen Marie Krøyer über die stürmische Ehe von Marie und PS Krøyer, zwei der bekanntesten Maler Dänemarks.

Nach 25 Jahren war dies der erste Film, den August in seiner Heimat drehte. Dort war 1987 Pelle, der Eroberer entstanden, mit dem ihm der internationale Durchbruch gelang. Die ergreifende sozialkritische Darstellung einer Vater-Sohn-Beziehung mit Max von Sydow nach dem gleichnamigen Roman von Martin Andersen Nexø gewann den Oscar als bester fremdsprachiger Film, einen Golden Globe sowie in Cannes eine Goldene Palme.

Die Beziehung zu seinem eigenen Vater soll auch schwierig gewesen sein. Er hat nie begriffen, wofür ich mich interessiert und welchen Weg ich später eingeschlagen habe, sagte der Regisseur 2012 in einem Interview der Zeitung Berlingske. Seine Mutter hatte August mit sieben Jahren verloren, seine Schwester und er wuchsen beim Vater auf. Dieser nahm Bille von der Schule und schickte ihn mit 15 in eine Maler-Ausbildung. Dies sollte die Vorbereitung für das vom Vater gewollte Architektur-Studium sein.

Als der Sohn ihm eröffnete, dass er lieber in Stockholm Fotografie lernen wolle, versagte ihm der Vater die Unterstützung. August schlug sich allein durch. Dieses Gefühl kannte er von früher: Schon als Kind habe er Geschichten erfunden und sich imaginäre Freunde ausgedacht. In Augusts Filmen geht es zwar oft um Versöhnung - zu seinem 1985 verstorbenen Vater hat er aber nie richtig gefunden, obwohl dieser allmählich seinen Berufswunsch akzeptiert hatte.

Dass er mit seiner Wahl richtig lag, bewies er 1992, als er für die Verfilmung eines Manuskripts des schwedischen Altmeisters und Vorbilds Ingmar Bergman über die unglückliche Ehe von dessen Eltern unter dem Titel Die besten Absichten zum zweiten Mal eine Goldene Palme gewann. 1993 folgte die aufwendige Leinwandversion von Isabelle Allendes Bestseller Das Geisterhaus mit Hollywood-Stars wie Meryl Streep, Glenn Close und Jeremy Irons - produziert wurde der Film von Bernd Eichinger.

1992 heiratete August seine Frau Pernilla (57) , die schwedische Hauptdarstellerin aus Die besten Absichten. Mit ihr bekam er zwei Töchter. Inzwischen hat der Regisseur acht Kinder aus fünf Beziehungen.

Mit seiner jetzigen Partnerin, der dänischen Schauspielerin Sara-Marie Maltha (43), hat er eine Vereinbarung, wonach sie nie mehr als zwei Wochen voneinander getrennt sein sollen. Außerdem dürfen sie und die gemeinsamen drei Kinder immer am Set dabei sein. Eines habe er nämlich endlich gelernt: Das Wichtigste ist die Familie. Als Cineast sei er indes ständig dabei, neue Türen zur menschlichen Seele zu öffnen. Es sei schön, das Publikum an diesen Entdeckungen teilhaben lassen zu können.