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Bayreuther Festspiele Ein Burger malte Motive der Wagner-Opern

20.07.2010, 05:45

Burg (vs). Die Bayreuther Festspiele werden am 25. Juli mit der Neuinszenierung der Wagner-Oper "Lohengrin" von Hans Neuenfels eröffnet. Unser Leser Paul Nüchterlein aus Burg erinnert zu Beginn der Festspiele an den Burger Kunstmaler Ferdinand Leeke:

Wagners Opern forderten zu allen Zeiten nicht nur die Intendanten und Musiker, sondern auch bildende Künstler zu Interpretationen heraus. Der aus Burg stammende Kunstmaler August Ferdinand Leeke, geboren am 27. April 1859, befasste sich nach seinem Kunststudium in München in seinen Werken mit der künstlerischen Interpretation der altgermanischen Vorzeit. Der Schritt zu den Opern Richard Wagners war nur folgerichtig.

1889 bekam Ferdinand Leeke den Auftrag von Siegfried Wagner, dem Sohn des großen Komponisten Richard Wagner, die Opern in repräsentativen Gemälden künstlerisch umzusetzen. Bei der Komposition dieser Gemälde gelang Leeke, was anderen Künstlern nicht vergönnt war. Er brachte den Charakter der jeweiligen Oper mit jeweils einem einzigen Bild zum Ausdruck. Schon vor 100 Jahren hatten interessierte Bürger die Möglichkeit, Reproduktionen dieser Werke in gedruckten Künstlermappen zu erwerben.

In seiner Geburtsstadt Burg ist Ferdinand Leeke unberechtigterweise nicht so sehr bekannt. Im großen Sitzungssaal des Burger Rathauses befindet sich ein Original aus dem Jahre 1930. Nach vielen Jahrzehnten hat der Kunstverlag "Edition Cicero" in Gotha zwölf Motive mit Wagner-Opern mit den Leeke-Gemälden herausgegeben. Das bietet nun die Möglichkeit, sich mit einigen seiner Werke bekannt zu machen. Die Wagner-Festspiele in Bayreuth könnten so auch eine Anregung geben, sich östlich der Elbe in Burg mit dem Leben und Werk F. Leekes zu befassen. Möglicherweise in Form eines kleinen Vortragsabends.