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Archäologen legen in Bonn Mauern aus dem sechsten bis achten Jahrhundert frei Eine der größten Merowinger-Siedlungen entdeckt

22.11.2013, 01:13

Bonn (dpa) l Eine der größten bekannten Siedlungen aus der Merowingerzeit haben Archäologen in Bonn entdeckt. In mehreren Grabungen wurden seit 2007 auf einem 17 Hektar großen Gelände 94 Gebäudegrundrisse nachgewiesen und ausgegraben.

Die Funde aus dem sechsten bis achten Jahrhundert seien für die Forschung von herausragender Bedeutung, sagte Grabungsleiter Marcel El-Kassem vom Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland. Das Besondere am Bonner Fund ist, dass er neuzeitlich nicht überbaut wurde. Viele fränkische Gräberfelder sind archäologisch untersucht, ganze Siedlungen aber gelten als Rarität.

Als Merowinger wird das älteste bekannte Königsgeschlecht der Franken bezeichnet. Es prägte im gallisch-germanischen Raum die Epoche des Übergangs von der Spätantike zum frühen Mittelalter (500 bis 800).

Nachdem bereits in den 1950er Jahren in der Nähe ein Grab aus der Zeit entdeckt worden war, vermuteten die Experten, dass es auch eine Siedlung gegeben haben musste. 2007 wurde mit Grabungen begonnen. Bis 2010 wurden die Überreste von 47 Bauten gefunden.

Weitere Spuren von Besiedlung wurden in dem jetzt vorgestellten Grabungsfeld entdeckt. Hier lebten und arbeiteten Handwerker und Bauern, sagte El-Kassem.