Konzert mit Werken von Bach und Mendelssohn Ensemble in Wernigerode bestens aufgelegt
Wernigerode l In der St. Sylvestri-Kirche gaben die vereinigten Kantoreien Wernigerode und Blankenburg und das Philharmonische Kammerorchester der Harzstadt am Sonnabend ein Konzert mit Werken von Johann Sebastian Bach (1685-1750) und Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847).
Mendelssohn gebührt der Ruhm, Bach wieder entdeckt und zur dauerhaften Renaissance verholfen zu haben. So war die Kopplung von Bachs "Himmelfahrtsoratorium" - der Kantate Nr. 11 "Lobet Gott in seinen Reichen" - mit Mendelssohns Ouvertüre zum Oratorium "Paulus", mit drei geistlichen Liedern für Alt-Solo, Chor und Orchester und der Vertonung des 42. Psalms "Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser" eine sinnfällige Verknüpfung von Barock und Romantik.
Die Bach-Kantate entstand 1735. Ein fröhlich-erhabenes Werk in D-Dur, das die Freude über Christi Himmelfahrt förmlich spüren lässt. Unter Leitung des Blankenburger Kantors Jürgen Opfermann entfaltete sich ein kunstvolles Klanggewebe von Chor, Orchester und Solisten.
Friederike Holzhausen (Sopran), Cornelia Rosenthal (Alt), Hannes Böhm (Tenor) und Stephan Heinemann (Bass) sangen die Solopartien in diesem Mini-Oratorium.
Ensemble musizierte klangschön, frisch und mit meditativer Ruhe
Das vielköpfige Ensemble musizierte klangschön, frisch und mit großer meditativer Ruhe (Choreinstudierung der Kantorei Wernigerode: Kirchenmusikdirektor Dietmar und Gertraud Damm).
Gut 100 Jahre später komponierte Mendelssohn auf der Hochzeitsreise mit seiner Frau Cecilie seinen 42. Psalm in der Übersetzung Martin Luthers. Uraufgeführt wurde er im von einer Tuch- und Messehalle zum Gewandhaus-Konzertsaal umgebauten Haus, in dem Mendelssohn von 1835 bis zu seinem Tod dirigierte.
Die zentrale Frage des Psalms "Was betrübst du dich, meine Seele?" mündet in die Aufforderung "Harre auf Gott!", ausgestaltet mit einer kunstvollen Fuge. Denn "wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Gott, zu dir!"
Ein Bekenntnis, das zuvörderst für den zutiefst gläubigen Komponisten galt. Robert Schumann jubelte, die neuere Kirchenmusik habe mit dieser Kirchenmusik ihre höchste Stufe erreicht.
Die filigrane Aufführung in Wernigerode mit einem bestens aufgelegten Ensemble war dem ebenbürtig.
In Blankenburg steht das Konzert mit anderen Gesangssolisten und dem Telemann-Kammerorchester am 2. Juni in der Bartholomäus-Kirche noch bevor.