1. Startseite
  2. >
  3. Kultur
  4. >
  5. Gesichter der Renaissance treffen im Bode-Museum ein

Ausstellung zeigt 170 Meisterwerke italienischer Porträt-Kunst Gesichter der Renaissance treffen im Bode-Museum ein

11.08.2011, 04:28

In "Gesichter der Renaissance" können Besucher des Bode-Museums auf der berühmten Berliner Museumsinsel ab 25. August schauen. In der Ausstellung werden 170 Meisterwerke italienischer Porträt-Kunst aus renommierten Museen der Welt präsentiert - darunter der Louvre in Paris, die Uffizien in Florenz sowie das Metropolitan Museum of Art in New York.

Von Marion Schierz

Berlin (dapd).Die Schau zeige Hauptwerke der Malerei, Skulptur, Medaillenkunst und Handzeichnung aus der Anfangsphase des italienischen Porträts zwischen 1440 und 1500, sagt Kurator Stefan Weppelmann der Nachrichtenagentur dapd. Dieses Nebeneinander von Gemälden, Büsten und Medaillen sei besonders reizvoll.

Für die Porträts wurden in der zweiten Ebene des Bode-Museums einen Monat lang zehn Säle und Kabinette leergeräumt. Einige dieser Kunstwerke verweilen bis zum Ende der Schau am 20. November im Depot, andere - wie Werke von Tilmann Riemenschneider - sind anderenorts im Museums zu bewundern. Für Kurator Weppelmann ist kein Museum für die Präsentation der Porträts aus der Renaissance derart geeignet wie das von 1898 bis 1904 errichtete Kaiser-Friedrich-Museum, das seit 1956 den Namen seines Begründers Wilhelm von Bode (1845-1929) trägt. Bodes Konzept sah vor, dass sich die Kunstwerke wie zu Hause fühlen sollten. Deshalb bettete er sie in den Kontext originaler Decken, Portale und Möbel ein.

Genau aus diesem Grund wählte Weppelmann für die Schau das Bode-Museum. Die Werke der Renaissance sind nun unter Decken und hinter Portalen aus eben dieser Epoche zu erleben, freut sich der Kunstexperte. Zudem wurden die Wände schwarz gestrichen und die Bilder mit in noch tieferem Schwarz samtbezogenen Platten unterlegt. "Das Porträt soll regelrecht aus seiner dunklen Umgebung ins Licht gezogen werden", erläutert Weppelmann die ungewöhnliche Gestaltung. Die Bilder würden "aus dem Schatten treten".

Als eines der ersten Bilder wurde jetzt die Kohlezeichnung "Bildnis eines Mannes mit Kappe" des italienischen Malers und Hauptmeisters der florentinischen Schule, Luca Signorelli (1441-1523), gehängt. Seit einer Ausstellung des Berliner Kupferstichkabinetts 1995 schlummert es lichtgeschützt in dessen Depot, weiß Mitarbeiterin Dagmar Korbacher. Und nach der "Gesichter-Schau" werde das empfindliche Werk mindestens drei Jahre wiederum nicht mehr gezeigt.

Nach und nach treffen jetzt die kostbaren Werke aus den Museen in sogenannten Klimakisten ein. Dann haben sie 24 Stunden Zeit, sich zu akklimatisieren, das heißt, sich der konstanten Temperatur von 20 Grad Celsius in den Ausstellungsräumen anzupassen, erläutert Weppelmann. Temperaturschwankungen würden an den Jahrhunderte alten Malschichten enorme Schäden anrichten. Das Highlight der Schau - die "Dame mit dem Hermelin" von Leonardo da Vinci (1452-1519) - trifft nach Angaben des Kurators erst kurz vor Eröffnung der Exposition ein und verlässt sie bereits 20 Tage vor dem Ende wieder. Das 55mal 41 Zentimeter große Ölgemälde bildet den krönenden Abschluss der Ausstellung. Anders als die übrigen Werke wird es in einer mit schwarzem Samt ausgeschlagenen Kassette hängen - zusätzlich geschützt von einer zwölf Millimeter starken Panzerglasscheibe.

Das Porträt, das mehr als zehn Jahre vor der berühmten Mona Lisa entstand, zeigt die 16-jährige Cecilia Gallerani - die Mätresse des Herzogs von Mailand. Das Bild befindet sich seit dem frühen 19. Jahrhundert in der Sammlung des Krakauer Czartoryski-Museums. Vor einer zehnjährigen Ausstellungspause gehört Berlin neben Madrid und London zu den letzten Stationen, die das Gemälde zeigen dürfen.