Köln l Das Erscheinen von Christian Krachts "Faserland" im Jahr 1995 war ein Ereignis: Scharen vor allem junger Männer identifizierten sich mit dem Ich-Erzähler, der sein Leiden an der Welt in Designerklamotten und mit Hilfe der richtigen Drogen kultivierte, und erhoben das Werk zum Kultbuch einer Generation. Mehr als 25 Jahre später veröffentlicht Christian Kracht mit „Eurotrash" den Nachfolger seines Debütromans.

"Also ich mußte wieder auf ein paar Tage nach Zürich", beginnt Krachts lang erwartete Fortsetzung und führt den Leser so zurück an jenen Ort, an dem „Faserland" seinerzeit endete. Erneut steht der namenlose Ich-Erzähler des Debüts im Mittelpunkt des Geschehens, erneut geht es um eine Reise.

Doch während sich der Protagonist aus "Faserland" noch orientierungslos durch ein seltsam fremd erscheinendes Deutschland – von Sylt über Hamburg und Frankfurt, Heidelberg und München, bis an den Zürichsee – bewegte, handelt es sich dieses Mal um eine Reise ins Innere. In "Eurotrash" folgt der Erzähler den Spuren und Abgründen seiner Familiengeschichte, wie in "Faserland" ist die persönliche Geschichte eng verwoben mit der Geschichte Deutschlands, wie der Verlag schreibt.

Ankündigung auf Instagram

Mit der Ankündigung von "Eurotrash" auf seinem Instagram-Kanal hatte Kracht, der längst das Etikett der Popliteratur abgestreift hat und dessen Werk in zahlreiche Sprachen übersetzt ist, im Oktober des vergangenen Jahres für eine mittlere Sensation in den sozialen Netzwerken gesorgt. Zahlreiche Fans und auch Schriftsteller-Freunde wie Benjamin von Stuckrad-Barre und Clemens Setz bekundeten ihre Vorfreude.

Ob es Kracht mit seinem neuen Roman gelingen wird, den Zeitgeist der 2020er-Jahre ähnlich prägnant einzufangen wie seinerzeit den Geist der 1980er und -90er, muss sich zeigen. "Eurotrash" erscheint am 4. März bei "Kiepenheuer & Witsch".