Dessau-Roßlau (dpa). Mit millionenschweren Investitionen soll das Bauhaus-Ensemble in Dessau deutlich aufgewertet werden. Der Stadtrat von Dessau-Roßlau stimmte dem Bau eines rund 15 Millionen Euro teuren Besucherzentrums und der Komplettierung der Meisterhaus-Siedlung zu. "Mit dem Besucherzentrum haben wir jetzt endlich eine Perspektive, die zweitgrößte Bauhaussammlung angemessen zu präsentieren", sagte der Direktor der Stiftung Bauhaus, Philipp Oswalt, gestern. Die Bauhausstätten in Dessau und Weimar zählen zum UNESCO-Welterbe.

In dem Zentrum, das 2013 oder 2014 auf einem Gelände zwischen dem Bauhausgebäude und dem Meisterhaus-Ensemble eröffnet werden soll, können die Besucher dann deutlich mehr Bauhaus-Objekte finden als bislang. Von den berühmten "Freischwinger"-Stühlen bis zu Fotos: Rund 26000 Objekte zählen zum Fundus der Stiftung. Nur ein Bruchteil ist bislang zu sehen.

Oswalt ist seit eineinhalb Jahren Chef der Stiftung und hat sich seither intensiv mit der Komplettierung der Meisterhaus-Siedlung befasst. Das zerstörte Wohnhaus von Bauhaus-Direktor Walter Gropius (1883-1969) und die Doppelhaushälfte von Laszlo Moholy-Nagy (1895-1946) sollen nun rekonstruiert werden. Der Stadtrat stimmte dem 3,1-Millionen-Euro-Projekt zu.

Der Architekt Oswalt konnte gestern noch einen dritten Erfolg verkünden: Das "Haus Naurath" in Dessau, ein Wohnhaus mit Flachdach, kann auch dem Bauhaus-Erbe zugeschrieben werden.